Technik

Virtuelles Töten Verbessert visuelle Fähigkeiten

Videospiele, bei denen virtuelle Gegner in rascher Folge getötet werden sollen, erhöhen die visuellen Fähigkeiten. Das berichteten US-Forscher der renommierten University of Rochester im Magazin "Nature". Zudem sei bei erfahrenen Spielern die Reaktionsgeschwindigkeit höher als bei Nichtspielern.

Selbst bei ungeübten Personen seien bereits nach zehn Stunden Übung mit Tötungsspielen bessere visuelle Leistungen und kürzere Reaktionszeiten festgestellt worden, erklärte Daphne Bavelier, Professorin für angewandte Neurowissenschaften.

Routinierte Spieler hätten bei Tests im Vergleich zu unerfahrenen 30 bis 50 Prozent bessere Reaktionsleistungen gezeigt. Sie hätten im Randbereich ihres Sichtfeldes auftauchende Objekte nicht nur wesentlich schneller erkannt, sondern hätten auch deren Anzahl rasch erfassen und richtig angeben können, ohne erst nachzählen zu müssen.

Bessere visuelle Reaktionsfähigkeiten bedeuteten jedoch keineswegs bessere Lese-, Schreibe- oder Rechenfähigkeit, betonte die Wissenschaftlerin. Auch eine Erhöhung der allgemeinen Intelligenz sei nicht festgestellt worden. Videospielern rät Bavelier deshalb: "Macht weiter eure Hausaufgaben." Mit der häufig diskutierten Frage, ob Kampf-Videospiele die Bereitschaft zur Gewalt erhöhen können, hat sich die Studie nicht beschäftigt.

Quelle: ntv.de