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Daten gelöscht, Geld gefordert Vorsicht, falsche Microsoft-Mitarbeiter!

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Microsoft-Mitarbeiter rufen niemals ungefragt an.

(Foto: Microsoft)

Aktuell erhalten viele Nutzer Anrufe von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern. Gehen sie ihnen auf den Leim, kann das richtig teuer werden. Was ist die Masche der Betrüger und wie schützt man sich?

"Mimikama" warnt Nutzer vor Betrügern, die sich am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben. Anlass ist eine Pressemitteilung der Polizeidirektion Ludwigshafen, die über den Fall eines 56-Jährigen aus Speyer berichtet. Der Mann hatte einen Anruf von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern bekommen, die behaupteten, von seinem PC gehe ein ernsthaftes Sicherheitsproblem aus.

Obwohl sie Englisch sprachen, ließ sich das Opfer dazu überreden, den Anrufern Zugriff auf seinen Rechner zu gewähren. Um ihn zu überzeugen, drohten die Betrüger dem Mann unter anderem, ihn auf eine schwarze Liste zu setzen. Statt ein Problem zu beseitigen, löschten die Gangster aber Daten von der Festplatte und verlangten 298 Euro Lösegeld, um sie zurückzubekommen - zahlbar auf ein türkisches Konto.

Die Masche sei nicht neu, schreibt Microsoft in einem Blogeintrag. Allerdings hätten die angeblichen Support-Mitarbeiter ihre Methoden angepasst. So nutzten die Betrüger heutzutage vermehrt E-Mails, infizierte Webseiten und Pop-Ups, um illegal an Nutzerdaten zu gelangen.

Anrufe von angeblichen Support-Mitarbeitern erhalten sehr viele Nutzer, ergab eine Studie der Microsoft Digital Crime Unit. Weltweit gaben zwei Drittel aller Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Erfahrungen mit der Betrugsmasche gemacht zu haben. In Deutschland haben mehr als die Hälfte aller Befragten solche Anrufe erhalten, schreibt Microsoft. Betroffen seien vor allem 18- bis 34-jährige Nutzer.

Was ist die Masche der Betrüger?

Egal, auf welchem Weg sie Kontakt mit ihrem Opfer aufnehmen, die Betrüger gehen immer ähnlich vor. Sie behaupten, dass der Computer der Nutzer von Viren befallen sei. Dann bieten sie telefonisch oder über das Internet Software an, die bei der Säuberung des Geräts helfen soll. Wer diese angebliche Fernwartungs-Software installiert, richtet in Wahrheit einen Trojaner ein, über den die Betrüger auf das Gerät zugreifen und Daten ausspähen können. Dass sie wie im Fall des Mannes aus Speyer Daten löschen oder verschlüsseln, scheint eine neuere Masche der Gangster zu sein. Anregung dürften sie dabei bei den Hacker-Angriffen mit Erpresser-Trojanern gefunden haben.

Microsoft weist darauf hin, dass seine Mitarbeiter niemals unaufgefordert Telefonanrufe durchführen, in denen das Unternehmen anbietet, ein schadhaftes Gerät zu reparieren. Selbst auf offizielle Support-Anfragen erfolge eine Hilfestellung fast ausschließlich per E-Mail. Microsoft verschickt auch nicht unaufgefordert Nachrichten oder fragt nach persönlichen oder finanziellen Daten.

Was sollen Betroffene tun?

Grundsätzlich rät Microsoft, solche Gespräche so schnell wie möglich zu beenden. Außerdem sollte man auf keinen Fall angebotene Fremd-Software kaufen oder installieren. Ebenso darf man niemals den Anweisungen der falschen Support-Mitarbeiter folgen und ihnen einen Fernwartungszugriff auf sein Endgerät ermöglichen.

Falls es schon zu spät ist, weil bereits Software installiert wurde, muss man das Gerät so schnell wie möglich vom Netz trennen. Danach sollte man die Software deinstallieren und von einem sicheren Gerät aus alle Passwörter ändern, speziell für den Online-Banking-Account. Ein Scan des Systems mit einem Anti-Virus-Programm ist ebenfalls ratsam.

Microsoft bittet Betroffene außerdem, den Betrugsversuch bei der Polizei anzuzeigen. Hilfreich ist es auch, wenn der Fall dem Unternehmen gemeldet wird, Microsoft stellt dafür auf einer Website ein Formular zur Verfügung.

Quelle: ntv.de, kwe