Technik

Nützliche Störungen WLAN kann Menschen zählen

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Bei Veranstaltungen wie dem Berliner "Karneval der Kulturen" ist es für Rettungs- und Sicherheitskräfte wichtig, eine möglichst genaue Anzahl der Menschen zu kennen.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Kalifornische Forscher entwickeln eine Methode, mit der es ganz einfach möglich ist, per WLAN die Anzahl von Personen auf einem Platz oder in einem Raum zu ermitteln. Smartphones müssen dafür nicht geortet werden, die Zählung erfolgt anonym.

Zum Ermitteln der Menschenzahl an einem bestimmten Ort eignen sich am besten WLAN-Signale, die durch die Bewegung der Körper gestört werden. Forscher der University of California haben auf diese Weise erstmals verlässliche Zählergebnisse sowohl in Gebäuden als auch in der Stadt erzielt, berichtet pressetext. "Es geht hier hauptsächlich darum, Menschen in Bewegung zu zählen. Das ist eine Herausforderung", sagt Informatikprofessor Yasamin Mostofi.

Die Forscher zeigen mit einem ausgeklügelten System, dass WLAN-Signale nicht nur ausschließlich für den Internetzugang zu gebrauchen sind. Das Signal kann auch dazu verwendet werden, die Menschenanzahl in einem bestimmten Areal aufzuzeigen. Diese Möglichkeit ist für viele Branchen, wie etwa den Energieeffizienz-Sektor oder für Rettungsteams sehr interessant. "Unser System kann die Anzahl der durch ein Areal laufenden Menschen messen, indem wir die empfangenen WLAN-Signale auswerten", erklärt Mostofi.

Algorithmen rechnen mit Störungen

Die Mobiltelefone der zu zählenden Menschen müssen nicht aktiviert sein. Um eine genaue Messung durchzuführen, platzieren die Forscher zwei WLAN-Geräte am Beginn und am Ende der beobachteten Zone. Dann kann zwischen den beiden Endpunkten gemessen werden. Das WLAN-Signal wird beim Durchqueren gestört, was die Forscher "multi-path fading" nennen. Um dieses Phänomen herum haben sie ein rechnerisches Gerüst gebaut, das es ihnen ermöglicht, die genaue Anzahl der Menschen zu ermitteln.

Im Moment fallen die Tests, die sowohl draußen als auch in Gebäuden durchgeführt werden, allesamt erfolgreich aus. Weil die Messung auch in Gebäuden funktioniert, ist das System auch für Smart-Home-Anbieter interessant. So könnten Klimaanlagen oder Heizungen bemerken, wie viele Menschen sich in einem Raum befinden und darauf ihre Leistung abstimmen. Aber auch Läden könnten davon profitieren, denn die Anzahl der Kunden lässt sich nach diesem Prinzip einfach feststellen.

Quelle: n-tv.de, kwe/pte

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