EinkaufsberaterWelches Notebook ist das richtige?
Notebooks sind schon ab 300 Euro zu haben, doch günstige Laptops taugen nicht für jede Anwendung. Daher sollte man sich vor dem Kauf gut überlegen, für was man den Rechner braucht.
Es empfiehlt sich, klare Prioritäten zu setzen. Will man einen Ersatz für den festen PC daheim, damit man auch auf dem Sofa gemütlich im Internet surfen kann? Braucht man sein Notebook auch unterwegs und auf Reisen? Will man viel spielen oder geht es vorrangig um Text- und Bildbearbeitung?
Hell und kontrastreich
Eines der wichtigsten Dinge am Notebook ist das Display. Sind hier Mängel vorhanden, wird das Arbeiten zur Qual. Und wer sich nicht auskennt, weiß mit den Angaben der Hersteller nur wenig anzufangen.
Am meisten Wert sollte man auf die Helligkeit des Displays und auf das Kontrastverhältnis legen. Wer mit seinem Notebook auch im Sonnenlicht arbeiten will, ist mit einer durchschnittlichen Helligkeit ab 250 cd/m² gut bedient. Für Innenräume reicht dagegen schon eine Helligkeit von rund 150cd/m² aus. Beim Kontrastverhältnis gilt: je höher, desto besser. 250:1 ist das Minimum, das ein Display haben sollte; 500:1 und mehr sind empfehlenswert.
Schon folgt die nächste Entscheidung: Matt oder glänzend? Matte Displays eignen sich bei entsprechender Display-Helligkeit eher für den Außeneinsatz als so genannte "Glare-Displays". Diese bieten zwar sattere Farben, dafür spiegeln sie aber bei ungünstigen Lichtbedingungen schnell. Glänzende Displays sind inzwischen weit häufiger zu finden als matte, die immer mehr von der Bildfläche verschwinden. Paradoxerweise zahlt man dadurch in manchen Fällen mittlerweile Aufpreise für die matte Version.
Auch Displays mit LED-Hintergrundbeleuchtung setzen sich langsam im Notebook-Segment durch. Sie sind vor allem energiesparender und kontrastreicher als andere – mit Sicherheit also keine schlechte Wahl, zumal auch diese oft schon in kostengünstigen Notebook-Modellen verbaut sind. Eine Qualitätsgarantie sind aber auch die LED-Displays nicht.
Nicht zu viel Arbeitsspeicher
In Zeiten von Windows Vista ist auch der Arbeitsspeicher ein wichtiger Punkt bei der Anschaffung eines neuen Notebooks. Für Windows 7 ist zwar angekündigt, dass der Speicherverbrauch wieder sinken soll, aber endgültige Klarheit darüber wird es erst nach Erscheinen im Oktober geben. Windows Vista fühlt sich jedenfalls erst ab zwei Gigabyte RAM richtig wohl, drei sind kein Fehler. Wer noch Windows XP oder Linux bevorzugt, kann hier auch weiter unten ansetzen.
Bei zu wenig Arbeitsspeicher wird allerdings das System verlangsamt. Zudem spart mehr davon auch Akkulaufzeit, denn so muss das Betriebssystem weniger auf die Festplatte zugreifen. Auch wer viel mit Video- und Bildbearbeitung zu tun hat, sollte hier nicht sparen – sonst gerät das Notebook schnell ins Stocken. Zu beachten ist auch, dass die Standard-Betriebsysteme (32bit) einen Arbeitsspeicher von vier Gigabyte nicht verwalten können; sie schaffen kaum mehr als drei.
Standard-Grafik meist ausreichend
Ein oft überschätzter Punkt ist die Grafikkarte. Wer nicht gerade aktuelle 3D-Spiele auf seinem Notebook spielen will, ist mit der Standard-Onboard Lösung normalerweise gut bedient, die die günstigen Notebooks bieten. Für Office-Anwendungen, Internet, normale Bild- und Videobearbeitung reichen diese aus. Auch DVD-Filme meistern die Onboard-Chips problemlos. Für den durchschnittlichen Nutzer, der den PC nicht für aufwendige Spiele nutzt, haben "richtige" Grafikkarten sogar einige Nachteile: Der Lüfter wird lauter, die Wärmeentwicklung ist höher und nicht zuletzt geht eine 3D-Grafikkarte auch zu Lasten der Akkulaufzeit.
Einen Kompromiss bieten so genannte "Shared Memory"-Grafikkarten. Diese haben keinen eigenen Speicher wie eine dedizierte Grafikkarte, sondern greifen auf den Arbeitsspeicher zurück. Dies macht sie zwar langsamer und weniger leistungsfähig, dafür spart man aber Energie, weil kein eigener Speicherchip mit Strom versorgt werden muss.
Läuft er oder läuft er nicht?
Auch beim Akku sollte man sich gut überlegen, für was das Notebook gedacht ist. Ein Anwender etwa, der nach einem Ersatz für den heimischen PC Ausschau hält und den Computer dem entsprechend hauptsächlich in den eigenen vier Wänden nutzen will, braucht keine Laufzeit von vier Stunden. Wer allerdings viel mobil unterwegs ist und das Notebook dabei haben will, wird sich ärgern, wenn es schon nach zwei Stunden einschläft. Gleiches gilt für das Gewicht. Drei bis vier Kilogramm zerren auf Dauer an der Kondition - stören aber nicht, wenn man vorrangig daheim am Schreibtisch sitzt.
Unbedingt beachten sollte man, dass die Herstellerangaben zur Akkulaufzeit unter Optimalbedingungen gelten. Rund 30 Prozent kann man beim "normalen Arbeiten" abziehen.
Besser "Dual-Core"
Gerade im unteren Preissegment bis 400 Euro findet man noch einige Prozessoren, die eigentlich schon veraltet sind: die "Single-Core" Prozessoren. Bereits seit längerer Zeit setzen sich aber Angebote mit der so genannten "Dual-Core" Technologie durch, auch in der günstigen Preisklasse. Kurz erklärt: Bei den Multi-Core Chipsätzen laufen mehrere Prozessoren gleichzeitig und unabhängig nebeneinander, die sich die Arbeit teilen. Es lohnt sich, hierauf zu achten - auch wenn viele Programme immer noch nicht das volle Potential dieser Prozessorengeneration ausschöpfen können, weil sie nur auf einen der Prozessorkerne zugreifen.
Die Daten zu "Cache" und "Front-Side-Bus" sollten nicht für all zu große Verwirrung sorgen. Beim Cache in Kombination mit den Dual-Core Prozessoren gilt: Er kann nicht groß genug sein. Je höher der Wert, desto besser. Normal sind ein bis zwei Megabyte, wenn es nicht so teuer werden soll. Auch beim Front-Side-Bus ist die Regel simpel: Mehr ist besser. 667 Mhz sind für Otto-Normaluser aber schon ausreichend.
Platz für die Daten
Auch bei der Frage nach der Festplatte sollte man sich überlegen, für was man das Notebook gebrauchen wird. Schreibarbeiten, Internet-Surfen und alle gängigen Programme fordern keine Massen an Speicherplatz. Die 160 Gigabyte, die schon die günstigsten Modelle bieten, sind da genug. Die Geschwindigkeit der Festplatte wird mit "rpm" ("Rounds per Minute") angegeben. 5400 rpm reichen in der Regel aus. Je höher dieser Wert ist, desto schneller arbeitet die Festplatte, sorgt allerdings auch für mehr Geräusche und Wärme.
Mit dem nötigen Wissen ausgestattet, könnte man sich nun auf die Suche nach einem passenden Notebook machen. Es soll aber noch eine kleine Orientierungshilfe mit auf den Weg gegeben werden. Drei Beispiele für "den Tipper", "den Mobilen" und "den Allrounder".
Der Tipper
Wer sein Notebook nur für Office-Anwendungen und das Internet braucht, kann zum Beispiel auf Geräte wie das Lenovo G530 zurückgreifen. Schon für rund 430 Euro bekommt man drei Gigabyte Arbeitsspeicher und einen Dual-Core Prozessor. Im Test von notebookjournal.de fällt Lenovo auch durch sehr gute Tastaturverarbeitung auf. Die Helligkeit des Displays lässt allerdings zu wünschen übrig, sie beträgt im Schnitt nur 184 cd/m². Das Notebook kommt auch gleich mit vorinstalliertem Betriebssystem Windows Vista.
Braucht man kein Betriebssystem, weil man schon eines hat, ist der ASUS X5DIJ-SX018L ein Schnäppchen. Zwei Gigabyte RAM und eine 250 Gigabyte Festplatte bietet der ASUS für rund 400 Euro. Das Gerät überrascht zudem durch eine hohe Akkulaufzeit von mehr als drei Stunden unter Dauerbelastung. Kritik gibt es von den Testern aber auch hier am Display. Das ist zwar recht hell, aber es spiegelt sehr stark.
Der Mobile
Wer vor allem auf Mobilität Wert legt, sollte sich den 300 Euro günstigen ASUS Eee PC 1000H Go genauer ansehen. Er punktet mit einer Akkulaufzeit von sechs Stunden und einem Display, dass zwar nicht sehr hell ist, aber mit Hilfe eines Tools eine Helligkeit von bis zu 289 cd/m² erreicht. Zudem hat er mit 855:1 ein sehr gutes Kontrastverhältnis. Auf die Festplatte passen 160 Gigabyte. Nachteil: In das kleine Netbook passt kein DVD-Laufwerk. Außerdem dürfe der Bildschirm mit 10,2 Zoll für Manchen zu klein ausfallen.
Der Allrounder
Einen soliden Allrounder findet man zum Beispiel mit einem Notebook der HP Pavilion-Reihe. Neben Text-, Bild- und Videobearbeitung packen die Geräte auch 3D-Spiele; die Günstigsten der Serie sollte man allerdings nicht mit den modernsten 3D-Spielen quälen. Preislich beginnt die Pavilion-Reihe bei rund 600 Euro.
Gerade für diejenigen, die einen guten Allrounder suchen, kann es sich lohnen, einen Blick auf Notebook-Auslaufmodelle zu werfen. Dort bekommt man meist recht gute Ausstattung zu einem guten Preis.
Man sollte sich aber nicht nur an Tests von Fachmagazinen orientieren. Wer ein Notebook ins Auge gefasst hat, sollte noch eines tun: Meinungen einholen. In zahlreichen Internetforen berichten andere Notebook-Besitzer über ihre Erfahrungen mit den Geräten. Und diese Erfahrungen sind sehr wertvoll, vor allem die Erfahrungen derjenigen, die das Gerät schon längere Zeit besitzen. Denn viele Mängel offenbaren sich erst nach intensiver Alltags-Nutzung.