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Kosten: 1,5 Milliarden Euro iPhone 4 vor Rückruf?

Es gibt offenbar keinen anderen Ausweg: Nachdem US-Warentester das Empfangsproblem des iPhone 4 bestätigt haben, raten PR-Experten Apple dringend zu einer Rückrufaktion. Apple kündigt an, mit ausgesuchten Journalisten über das iPhone 4 zu reden.

Wegen des Empfangsproblems möchte die einflussreiche Verbraucherzeitschrift «Consumer Reports» das neue iPhone 4 lieber nicht empfehlen.

PR-Fachleute halten es laut "Cult of Mac" für unumgänglich, dass Apple für sein neues iPhone 4 eine Ruckrufaktion startet. Nachdem die US-Warentester von "Consumer Reports" das Empfangsproblem bestätigt haben und das Telefon als "nicht empfehlenswert" einstuften, sei dies der einzig gangbare Weg.

Die befragten Experten sind sich einig, dass Apple einen großen Imageschaden riskiert, wenn es die fehlerhaften Geräte nicht zurückruft. Chris Lehane, ein ehemaliger Berater von Ex-US-Präsident Bill Clinton ("Master of Desaster"), vergleicht Apples Situation sogar mit Toyotas PR-Desaster. Ein Software-Update sei da nicht genug. Apple habe sich mit seiner Antwort selbst eine tiefe Grube gegraben.

Imageverlust teurer als Rückruf

Krisen-Manager Larry Barton sagt, dass Apple das Feuer löschen müsse, bevor es sich ausbreitet. "Es müsste eine generalstabsmäßig geplante Reaktion auf das Problem geben", sagt er. "Aber davon ist nichts zu sehen. Apple laufe Gefahr, das Vertrauen seiner Nutzer zu verlieren und die Marke zu beschädigen. "Das ist viel teurer als irgendein Produkt sein kann."

Lehane sieht das genauso. Das Markenimage sei Apples Kronjuwel, sagt er. Das Unternehmen müsse es um jeden Preis schützen.

Auch PR-Experte Rene A. Henry ("Communicating In A Crises") hat gegenüber "Cult of Mac" bestätigt, dass ein Rückruf und ein Austausch der Geräte unumgänglich sei, um Apples Image und Ruf zu schützen.

Rückruf kostet 1,5 Milliarden Dollar

Laut ZDNet hat ein Analyst von Bernstein Research ausgerechnet, dass Apple ein Rückruf rund 1,5 Milliarden Dollar kosten würde. Aber auch er hält so eine Aktion "für höchstwahrscheinlich".

Als Alternative könnte er sich auch Gratis-Schutzhüllen vorstellen. Apple verkauft sie für 29 Dollar, der Analyst schätzt aber, dass sie die iPhone-Firma nicht mehr als 79 Cent pro Stück kosten.

Bei den "Bumpern" ist Apple aber bisher uneinsichtig. Das Unternehmen hat seinen Support angewiesen, verärgerten Kunden auf keinen Fall Gratis-Hüllen anzubieten.

In Kürze wird Apple anscheinend verraten, wie es weitergehen soll. Das Unternehmen will bei einer Pressekonferenz mit geladenenJournalisten "über das iPhone 4 sprechen".

Quelle: n-tv.de, kwe

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