Technik
Freitag, 23. August 2002

Premiere für Online-Award: "poldi" wird erstmalig verliehen

Bei "poldi" werden viele an einen kleinen grünen Drachen aus der Kinderserie "Hallo Spencer" denken. Damit hat der poldi Award allerdings nichts zu tun. "poldi" steht für politik-digital. Die gleichnamige Informations- und Kommunikationsplattform zum Thema Internet und Politik will nun den Gedanken der "e-democracy" (Demokratie im Netz) durch die Verleihung eines Preises würdigen.

Unterstützt wird die Auszeichnung von der Bundeszentrale für politische Bildung und vom deutschen Städte- und Gemeindebund. Als Sponsoren beteiligten sich auch Cisco Systems Deutschland und GFT Technologies. Schirmherr ist der Staatsminister für Kultur und Medien, Julian Nida-Rümelin. Prämiert werden sollen herausragende Online-Initiativen und nicht-staatliche Organisationen, die Impulse für die Gestaltung der digitalen Demokratie geben. Verliehen wird der poldi Award am 28. August in Berlin.

Engagement zählt

"Neben der Qualität geht es uns natürlich auch vor allem um das Engagement von nicht-kommerziellen und nicht-staatlichen Initiativen", erklärte Steffen Wenzel, Pressesprecher bei politik-digital, gegenüber n-tv.de. "Bei uns geht es weniger um die Anzahl der Page-Impressions oder um eine gefällige optische Gestaltung." Somit will sich der Preis von anderen Online-Awards abgrenzen. Nominiert werden auch Websites, die bei anderen Preisverleihungen unbeachtet bleiben.

Vier Kategorien

Neben dem Publikumspreis für die beste Site im Bereich Politik und Bürgerengagement werden noch drei Preise durch eine Jury verliehen, nämlich in den Kategorien: Gesundheit und Soziales, Bildung und Kultur sowie Umwelt und nachhaltige Entwicklung. "Diese Bereiche sind auch wichtiger Bestandteil der demokratischen Gesellschaft, deshalb haben wir uns entschlossen, auch hier Trophäen zu vergeben", so Wenzel.

Leser entscheiden

Wer den mit 5.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Demokratie und Bürgerengagement" erhält, entscheiden die Leser. Auf der Website des poldi Awards können die User unter 33 vorgeschlagenen Websites ihren Favoriten küren. Die Aktion läuft noch bis zum 25. August. Die Internetseiten sind höchst unterschiedlich und zum Teil aus sehr persönlichen Gründen von ihren Gestaltern entworfen worden.

Ein Beispiel ist die Site des 19-jährigen Oscar Koller aus Berlin-Kreuzberg. Auf seiner Homepage "www.zivi-in-ghana.cjb.net" will der Abiturient seine Erfahrungen bei seinem bevorstehenden einjährigen Zivildienst in Ghana dokumentieren. Darin sieht er einen Beitrag zur Völkerverständigung.

Von Tuorette bis Attac

Zu den nominierten Websites in der Jury- Kategorie "Gesundheit und Soziales" zählt die Tourette Syndrom-Homepage für Deutschland "www.tourette.de". Das Anliegen der Macher ist es, Tourette sowohl einer breiten Öffentlichkeit als auch einem Fachpublikum zu "erklären" und darzustellen. Darüber hinaus soll sie Tourette-Betroffenen und im weitesten Sinne Interessierten die Möglichkeit zum direkten Erfahrungsaustausch bieten.

Das Online-Journal "onlinejournalismus.de" wird nicht zum ersten Mal für einen Preis vorgeschlagen. Nach einer Nominiereung für den Grimme-Online-Award 2001 könnte das Portal diesmal mit dem poldi Award in der Kategorie "Wissenschaft, Bildung und Kultur" ausgezeichnet werden. Mit einem Multimedia-Feature über den geplanten Ausbau des Flughafens Berlin-Schönefeld errang einer der Mitgründer bereits den zweiten Platz beim Axel Springer Preis für junge Journalisten in der Sparte Internet.

Das Magazin begleitet den Journalismus im Netz seit April 2000. "Durch Analyse, Kritik und praktische Beispiele sowie als Forum für Vernetzung und Erfahrungsaustausch der Beteiligten will 'onlinejournalismus.de' die innovative und mediengerechte Nutzung des Webs für den Journalismus vorantreiben", heißt es auf der Seite.

Die Website von Attac Deutschland gehört zu den möglichen Kandidaten in der Kategorie "Umwelt und nachhaltige Entwicklung". Die Organisation setzt sich "für eine solidarische Weltwirtschaft und gegen neoliberale Globalisierung" ein. Auf der Homepage "www.attac-netzwerk.de" erhält man nicht nur zahlreiche Informationen über Attac, sondern auch die Möglichkeit, im Internet zu diskutieren. Außerdem gibt es Vorträge, Links und Infos zur Thematik. Das Motto der Seite: "Globalisierung ist kein Schicksal - eine andere Welt ist möglich!"

Quelle: n-tv.de