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Anfrage an Bundesregierung Aktuelles Einkommen reicht oft nicht für gute Rente

BERLIN (dpa-AFX) - Millionen Arbeitnehmer haben zuletzt weniger verdient, als dies dauerhaft für eine auskömmliche Rente nötig wäre. So war im vergangenen Jahr ein Jahresentgelt von mehr als 23 000 Euro brutto nötig, um nach 45 Jahren eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Mehr als 10 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte blieben demnach 2018 darunter oder kamen zumindest nicht darüber hinaus. Allerdings sagt der Wert nichts über die tatsächlichen Rentenanwartschaften und die Bedürftigkeit im Alter aus, wie die Regierung betont. Denn einerseits werden keine Aussagen über die Einkommen während der gesamten Erwerbskarriere getroffen, die für die Rentenansprüche maßgeblich sind. Für eine tatsächliche Bedürftigkeit im Alter kommt es zudem auch auf andere Einkommen und die Einkünfte etwa des Partners an. Im vergangenen Dezember bezogen rund 559 000 Menschen Grundsicherung im Alter.

Der AfD-Arbeitsmarktexperte René Springer sprach dennoch von einer "beunruhigenden Entwicklung", die durch Digitalisierung und Automatisierung vermutlich noch verschärft werde. Zu den Problemen zählten niedrige Löhne, Leiharbeit und befristete Beschäftigung. Von den knapp 33 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war fast jeder Dritte von entsprechend niedrigen Einkommen betroffen.

Zuletzt hatte bereits eine andere Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linken für Schlagzeilen gesorgt, nach der mehr als jede zweite Altersrente 2018 unter 900 Euro lag. Betrachtet man das gesamte Haushaltseinkommen, wird aber deutlich, dass zu kleinen Renten oft noch weitere Einkünfte kommen. So kamen zum Beispiel alleinstehende Frauen im Rentenalter 2015 in Westdeutschland auf ein monatliches Nettoeinkommen von 1422 Euro, im Osten von 1370 Euro.

Quelle: n-tv.de

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