Angebliche Anwerbung durch NetzwerkBericht: Über 1000 Kenianer durch Russland für Ukraine-Krieg rekrutiert

Über 1000 Kenianer sind einem kenianischen Geheimdienstbericht zufolge von Russland für den Krieg in der Ukraine rekrutiert worden.
Über 1000 Kenianer sind einem kenianischen Geheimdienstbericht zufolge von Russland für den Krieg in der Ukraine rekrutiert worden. Dies sind fünfmal mehr, als die Behörden bisher angenommen hatten. Die russische Botschaft in Nairobi wies am Donnerstag eine Verwicklung Moskaus in eine illegale Rekrutierung jedoch zurück. Ausländische Staatsbürger könnten sich aber freiwillig den russischen Streitkräften anschließen, hieß es.
Der Mehrheitsführer im kenianischen Parlament, Kimani Ichung'wah, hatte den Bericht des Geheimdienstes am Mittwoch den Abgeordneten vorgestellt. Demnach hat ein Netzwerk aus korrupten Beamten und Menschenhändlerringen die Kenianer für den Kampf in der Ukraine angeworben. Den Rekruten, bei denen es sich oft um ehemalige Soldaten, Polizisten oder Arbeitslose handele, seien Monatsgehälter von etwa 2715 Dollar und Prämien von bis zu 9309 Dollar versprochen worden.
Dem Bericht zufolge befanden sich im Februar dieses Jahres 89 Kenianer an der ukrainischen Front, 39 wurden in Krankenhäusern behandelt und 28 galten als vermisst. Russland versucht seit Beginn seines großangelegten Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022, auch im Ausland Kämpfer zu rekrutieren, oft in Ländern des globalen Südens. Berichte über Afrikaner, die mit Jobversprechen nach Russland gelockt und dann an die Front geschickt werden, haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Kenia hatte nach eigenen Angaben vergangene Woche 27 in Russland gestrandete Staatsbürger gerettet.
Die angeworbenen Personen verließen Kenia dem Bericht zufolge zunächst mit Touristenvisa über die Türkei oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Nachdem die Überwachung am Flughafen Nairobi verschärft wurde, seien die Rekruten über Uganda, Südafrika und die Demokratische Republik Kongo ausgereist. Die Rekrutierungsagenturen hätten dabei mit korrupten Flughafenmitarbeitern, Einwanderungsbeamten sowie mit Personal der russischen Botschaft in Nairobi und der kenianischen Botschaft in Moskau zusammengearbeitet.
Die russische Botschaft erklärte, sie habe niemals Visa an kenianische Staatsbürger ausgestellt, die mit dem erklärten Ziel der Teilnahme an der "militärischen Spezialoperation" in der Ukraine nach Russland reisen wollten. Der kenianische Außenminister Musalia Mudavadi plant nach eigenen Angaben, im kommenden Monat für Gespräche zu diesem Thema nach Russland zu reisen.