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Diskussion vor EU-Gipfel Asselborn lehnt Grenzkontrollen in der EU wegen Corona ab

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat sich gegen neue Grenzkontrollen oder Grenzschließungen innerhalb der EU zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen.

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(Foto: imago images/Becker&Bredel)

Im Deutschlandfunk sagte Asselborn am Donnerstag, solche Maßnahmen seien nicht zielführend und gegen geltendes Recht. "Es geht mir nicht um Tourismus", sagte er. "Es geht mir um die Grenzgänger und es geht mir um den kleinen Grenzverkehr." Rund 30 Prozent der EU-Bürger lebten in Grenzregionen, sagte Asselborn. Viele arbeiteten als Grenzgänger. Wenn Berufspendler zum Beispiel nicht mehr nach Luxemburg kommen könnten, bräche in dem Großherzogtum das Gesundheitswesen zusammen. Man habe den Menschen gesagt, sie könnten in jedem EU-Land frei arbeiten. Wenn man nun die Grenzen schließe, gefährde das auch die Glaubwürdigkeit der Union.

Grenzgänger würden in Luxemburg getestet und auch geimpft. Das sei kein Problem, sagte Asselborn. Grenzschließungen würden "großen Unmut" schaffen, denn die Grenzregionen seien zusammengewachsen. Es gebe andere Möglichkeiten zur Bekämpfung der Seuche. Die EU solle sich jetzt auf die Impfungen konzentrieren.

Die EU wollte am (heutigen) Donnerstagabend bei einem Videogipfel ihre Corona-Strategie absprechen. Dabei geht es auch um Impfungen und mögliche Sonderrechte für Geimpfte. Asselborn sagte, solange nicht jeder geimpft werden könne, könnte es zu Diskriminierungen führen, wenn ein Geimpfter reisen könne, ein Nichtgeimpfter nicht. Erst wenn jeder Zugang zur Impfung habe, könne man auch über einen Impfpass nachdenken.

Quelle: ntv.de

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