Kurznachrichten

"Finanztest" kritisiert Abzocke und Intransparenz Banken schröpfen Kunden beim Dispozins

Viele Banken und Sparkassen zocken ihre Kunden beim Dispozins kräftig ab: Im Schnitt 11,76 Prozent Zinsen müssen Bankkunden für die Überziehung ihres Girokontos zahlen, wie eine am Dienstag veröffentlichte "Finanztest"-Untersuchung ergab. Die Verbraucherschützer kritisierten zudem heftig die mangelnde Transparenz vieler Institute.

Bis zu 15,32 Prozent Zinsen müssen einige Bankkunden der Untersuchung zufolge für die Kontoüberziehung zahlen - soviel verlangt demnach die Volks- und Raiffeisenbank Aalen von Kunden mit  schlechter Bonität. Die Raiffeisenbank Fischenich-Kendenich nimmt demnach von all ihren Kunden beim Kontoüberziehen 14,25 Prozent Dispositionszinsen. «Finanztest» untersuchte die Dispozinsen von 1566 Banken.

Der Durchschnitt lag bei 11,76 Prozent und damit 0,63 Prozentpunkte unter dem im vergangenen Jahr  ermittelten Durchschnittszins. Kein Grund zur Anerkennung laut «Finanztest": Die Banken verdienten daran mehr als zuvor, da sie sich zum deutlich günstigeren Zinssatz von 0,75 Prozent Geld von der Europäischen Zentralbank leihen können. Dazu komme, dass das  Risiko, dass ein Kunde einen Dispositionskredit nicht zurückzahle,  sehr niedrig sei, sagte der Vorstand von Stiftung Warentest, Hubertus Primus. Die Ausfallquote betrage nur 0,2 Prozent.

"Finanztest» kritisierte zudem heftig die mangelnde Transparenz vieler Banken beim Thema Dispozins: Zwei Drittel der von den Testern angeschriebenen Institute verweigerten demnach die Auskunft. Und bei mehr als einem Drittel der Banken seien die Konditionen trotz Anfragen, Anrufen und Recherche im Internet im Dunkeln geblieben.

Verbraucherschützer fordern seit längerem eine gesetzliche  Deckelung der Dispozinsen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner  (CSU) lehnt das ab.

Quelle: ntv.de, AFP

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