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Äußerung zu Familiengeschichte Botschafter: Deutsche sollen mehr über NS-Gräuel in Polen wissen

Der neue deutsche Botschafter in Warschau will sich dafür einsetzen, dass die Deutschen künftig besser über Gräueltaten in dem 1939 von Nazi-Deutschland überfallenen und bis 1945 besetzten Polen Bescheid wissen.

Arndt Freytag von Loringhoven

Arndt Freytag von Loringhoven

(Foto: dpa)

Dies gelte besonders für den Wissensstand junger Menschen, sagte Botschafter Arndt Freytag von Loringhoven der polnischen Zeitung "Rzeczpospolita". Auch das in Berlin geplante Denkmal für die polnischen Opfer des Dritten Reichs solle diesem Ziel dienen. "Ich verstehe, dass in Polen immer noch Gefühle lebendig sind, die durch die Verbrechen ausgelöst wurden, welche die Nazi-Deutschen in Polen verübt haben."

Arndt Freytag von Loringhoven hatte im September erst nach mehrmonatiger Wartezeit die Zustimmung Warschaus zu seinem Amtsantritt bekommen. Polnischen Medienberichten zufolge gab es zunächst Vorbehalte gegen den Diplomaten wegen seiner Familie. Der Vater des Botschafters, Bernd Freytag von Loringhoven, war von 1944 bis Ende April 1945 Adjutant des Generalstabschefs der Wehrmacht, auch in Hitlers Führerbunker.

In dem Interview äußerte sich der neue Botschafter auch zu seiner Familiengeschichte. Er wolle das Verhalten seines Vaters weder rechtfertigen noch verurteilen. "Wer weiß, wie wir uns in einer totalitären Diktatur verhalten hätten?" Die damalige Generation sei im Geist des preußischen Militarismus aufgewachsen und an totalen Gehorsam gewöhnt gewesen. Sein Vater, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Offizier bei der Bundeswehr diente, habe später häufig gesagt, dass Faschismus und Rassismus zu den schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts geführt hätten.

Quelle: ntv.de, dpa

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