Kurznachrichten

Nach kulturellem Boykott durch Künstler Britische Wissenschaftler boykottieren israelische Institutionen

Aus Protest gegen die israelische Palästina-Politik wollen mehr als 340 britische Akademiker Bildungseinrichtungen in Israel boykottieren. Sie seien "zutiefst beunruhigt über Israels illegale Besetzung palästinensischen Landes, die untragbaren Menschenrechtsverletzungen, die es allen Teilen des palästinensischen Volks zufügt, und seine offenkundige Entschlossenheit, sich jeder realistischen Schlichtung zu widersetzen", heißt es in der ganzseitigen Anzeige, die am Dienstag im "Guardian" erschien.

Die Unterzeichner wollen nach eigenen Angaben keine Einladungen von akademischen Einrichtungen in Israel annehmen und Konferenzen meiden, die von diesen Einrichtungen bezahlt oder organisiert werden. Mit ihren israelischen Kollegen wollen sie demnach künftig individuell zusammenarbeiten, "bis der Staat Israel sich an internationales Recht hält und die universellen Prinzipien der Menschenrechte respektiert", hieß es weiter. Propalästinensische Hilfsorganisationen hatten 2005 zu einer internationalen Kampagne "Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen" aufgerufen.

Israel sieht darin den Versuch, ihm das Existenzrecht abzusprechen. Vergangene Woche hatten Künstler in einem offenen Brief im "Guardian" den kulturellen Boykott Israels kritisiert, darunter Autorin JK Rowling. Das Statement am Dienstag wurde unter anderem vom Jewish Leadership Council, einem britischen Dachverband jüdischer Organisationen, als "polarisierend und diskriminierend" kritisiert.

Quelle: n-tv.de, dpa