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Abschiebung nach Italien? Cesare Battisti wieder auf freiem Fuß

Wenige Stunden nach seiner Festnahme ist der frühere italienische Linksextremist Cesare Battisti wieder auf freiem Fuß. Dem Krimi-Autor droht die Abschiebung. Ein Gericht gab in der Nacht einem Haftprüfungsantrag statt und ordnete die Freilassung an. Battisti war am Donnerstag bei São Paulo festgenommen worden und hätte eigentlich bis zu einer Entscheidung über seine Abschiebung in Haft bleiben sollen. In seiner Heimat Italien wurde Battisti in Abwesenheit wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er soll als Mitglied der Gruppe "Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus" Ende der 1970er Jahre an vier Morden in Italien beteiligt gewesen sein. Er bestreitet jede Tatbeteiligung.
In dem Abschiebeurteil vom 26. Februar werden Battistis Aufenthalt in Brasilien als illegal und die Entscheidung der Einwanderungsbehörde von 2011 als nicht gesetzeskonform bezeichnet. Als ein in seiner Heimat verurteilter Krimineller habe Battisti kein Recht, in Brasilien zu bleiben, befand die Richterin. Sie forderte eine Abschiebung nach Mexiko oder Frankreich. Unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand hatte Battisti in den 1990er Jahren in Frankreich Zuflucht vor der italienischen Justiz gefunden und sich eine Existenz als Schriftsteller aufgebaut. Als der konservative Präsident Nicolas Sarkozy ihn 2004 an Italien ausliefern wollte, floh Battisti nach Brasilien.

Quelle: n-tv.de, dpa

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