Kurznachrichten

Nach Internierungslager-Vorwurf China weist Kritik der Türkei am Umgang mit Uiguren scharf zurück

China hat die Kritik der Türkei am Umgang mit seiner muslimischen Minderheit der Uiguren scharf zurückgewiesen.

Vertreter Chinas seien bereits in Ankara vorstellig geworden, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, am Montag in Peking. Er hoffe, die Verantwortlichen in der Türkei "können zwischen richtig und falsch unterscheiden und ihre Fehler korrigieren".

Als "absurde Lüge" bezeichnete der chinesische Außenamtssprecher insbesondere Angaben des türkischen Außenministeriums, wonach der uigurische Dichter und Musiker Abdurehim Heyit im Gefängnis gestorben sein soll, wo er wegen eines seiner Lieder eine achtjährige Strafe verbüßte. Hua verwies auf ein am Sonntag veröffentlichtes Video von einem Mann, der sich selbst als Heyit bezeichnete. Dieses Video zeige, dass der Dichter nicht nur lebe, sondern auch "sehr gesund" sei, sagte der Sprecher.

Das türkische Außenministerium hatte am Samstag die "systematische Assimilation" der muslimischen Minderheit in China als "große Schande für die Menschheit" bezeichnet. Ministeriumssprecher Hami Aksoy erklärte unter Verweis auf Berichte von UN-Experten und Menschenrechtsorganisationen, es sei "kein Geheimnis" mehr, dass mehr als eine Million Uiguren willkürlich festgenommen, gefoltert und in Internierungslagern und Gefängnissen einer "politischen Gehirnwäsche" unterzogen würden.

Die meisten muslimischen Länder hatten sich bisher mit Kritik an China zurückgehalten, das ein wichtiger Handelspartner ist. Die Türkei fühlt sich mit den Uiguren kulturell und religiös verbunden, in dem Land leben zehntausende Angehörige des Turkvolks.

Quelle: n-tv.de, AFP

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