Kurznachrichten

Wegen Besuchs von umstrittener Gedenkstätte Chinas Regierung will Japans Premier künftig nicht mehr empfangen

Wegen des umstrittenen Besuches von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe der Kriegstoten-Gedenkstätte Yasukuni will China diplomatische Konsequenzen folgen lassen. Die chinesische Regierung werde Abe nicht mehr empfangen, erklärte ein Sprecher des Außenamts. Abe selbst habe die Tür zugeschlagen. Der japanische Ministerpräsident war der erste Regierungschef seit sieben Jahren, der den symbolträchtigen Ort zu Ehren der japanischen Kriegstoten besuchte. In dem Schrein werden auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt. "Diese Leute sind Faschisten, die Nazis Asiens", sagte der chinesische Sprecher weiter.

Der Besuch Abes wurde nicht nur in China sondern auch in Südkorea mit Verärgerung aufgenommen. Beide Länder waren im Zweiten Weltkrieg von Japan besetzt worden. Südkorea sagte für kommenden Monat die Teilnahme an geplanten Gesprächen mit Japan über ein Verteidigungsabkommen ab. Abe hatte nach seinem Besuch erklärt, er hoffe auf eine Gelegenheit, China und Südkorea zu versichern, dass eine Verbesserung der Beziehungen im nationalen Interesse aller Beteiligten liege. Nicht zuletzt durch den Streit über eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer haben sich die japanisch-chinesischen Beziehungen deutlich abgekühlt.

Ein Sprecher des Außenamts in Berlin appellierte an alle Seiten "insbesondere von einseitigen Schritten abzusehen, die die Spannungen in der Region nur weiter verschärfen könnten." Ziel müsse sein, gemeinsam eine diplomatische Lösung für die laufenden Auseinandersetzungen zu finden. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte: "Jede Nation muss sich ehrlich darüber Rechenschaft ablegen, welche Rolle sie in den grauenhaften Kriegsereignissen des 20. Jahrhunderts gespielt hat. Auf der Basis dieser ehrlichen Rechenschaft ist dann auch möglich, mit den ehemaligen Feinden eine Zukunft zu bauen".

Quelle: ntv.de, rts

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