Kurznachrichten

"Unsichtbare Wand" Corona-Krise verschlechtert Lage von Migranten

Migrantinnen und Migranten sind nach Angaben des Roten Kreuzes von der Corona-Pandemie besonders betroffen.

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(Foto: dpa)

Abgesehen davon, dass viele durch Geschäfts- und Restaurantschließungen ihre Arbeit verloren haben, bleiben sie oft auch bei Tests und Impfungen auf der Strecke, wie die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Dienstag in Genf berichtete. Die Föderation spricht von einer "unsichtbaren Wand". Migranten blieben oft ausgeschlossen, selbst, wenn sie per Gesetz theoretisch in die Pandemiemaßnahmen einbezogen wurden.

Dort, wo man sich online zu Tests oder Impfungen anmelden müsse, seien mangelnde Sprachkenntnisse oder kein Zugang zu Computern eine Hürde, hieß es weiter. Sie könnten in manchen Ländern auch weder Tests bekommen noch würden sie im Krankheitsfall behandelt oder könnten sich impfen lassen, weil sie keine Identitätskarte oder Sozialversicherungsnummer hätten, schreibt die Föderation. Aus Furcht vor Festnahme und Deportation schreckten auch kranke Migranten davor zurück, zum Arzt zu gehen oder sich zum Impfen anzumelden.

"Es ist nicht nur ein humanitäres Gebot, die Versorgung von Migranten im Rahmen von Impfprogrammen zu sichern, unabhängig von ihrem legalen Status, es ist auch im Interesse der Länder", sagte Jagan Chapagain, IFRC-Generalsekretär. "Covid-19 ist der Migrationsstatus einer Person egal, und uns sollte es auch egal sein. Solange nicht alle Menschen einbezogen werden, wird das Virus zirkulieren und mutieren, und damit die Wirkungskraft der Impfungen untergraben."

Der Bericht wurde von den nationalen IFRC-Gesellschaften in Ägypten, Äthiopien, Australien, Großbritannien, Kolumbien, den Philippinen, Sudan und Schweden erstellt. Die Föderation ist das größte humanitäre Netzwerk der Welt, mit Gesellschaften in 192 Ländern.

Quelle: ntv.de, dpa

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