Kurznachrichten

BA muss Statistik korrigieren Datenüberprüfung sorgt für Überraschung bei Mai-Arbeitslosenzahlen

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Ein auf Druck des Bundesrechnungshofs veranlasste Datenüberprüfung in 302 deutschen Jobcentern hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Korrektur ihrer Arbeitslosenzahlen gezwungen.

Bereits nach gut der Hälfte der 136 000 anstehenden Überprüfungen müsse von rund 30 000 bis 40 000 Arbeitslosen mehr ausgegangen werden, erläuterte eine Statistikexpertin am Mittwoch am Rande der Arbeitsmarkt-Pressekonfererenz in Nürnberg. Wie stark die Zahl der Arbeitslosen am Ende des Datenchecks die bisherige Jobsucherzahl übersteigen werde, sei im Moment noch unklar, sagte die Expertin. Bundesagentur-Chef Detlef Scheele geht davon aus, die bereits im April angelaufene "Qualitäts-Offensive" bei der Hartz-IV-Statistik noch ein bis zwei Monate dauern werde.

Auf die Unstimmigkeiten, bei denen es sich nach BA-Einschätzung keineswegs um vorsätzliche Statistik-Manipulationen handele, war der Bundesrechnungshof bei Prüfungen gestoßen. Er hatte festgestellt, dass manche erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher irrtümlich als "arbeitssuchend" eingestuft wurden, obwohl sie nach dem Ende einer Erkrankung oder Fortbildung längst wieder vermittelbar waren und daher als "arbeitslos" hätten eingestuft werden müssen - oder umgekehrt.

Nach BA-Angaben hatten sich solche Überprüfungen von unplausiblen Fällen bisher auf die 156 Arbeitsagenturen beschränkt. Die meisten der gemeinsam mit den Kommunen betriebenen 302 Jobcenter haben nach BA-Informationen solche Plausibilitätskontrollen bisher abgelehnt. Personalräte hätten darin unter anderem eine unzulässige Leistungskontrolle der Jobcenter-Mitarbeiter gesehen, heißt es. Inzwischen hätten die Kommunen einer solchen Plausibilitätsprüfung bei den gemeinsam mit der BA betriebenen Jobcentern zugestimmt.

Quelle: ntv.de

Newsticker