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Hauptversammlung Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Achleitner droht Misstrauensvotum

Kritik an Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat Tradition. Doch die diesjährige Hauptversammlung könnte einen Tiefpunkt des Vertrauens der Aktionäre in den seit sieben Jahren amtierenden Chefkontrolleur des größten deutschen Geldhauses markieren.

Im schlimmsten Fall droht bei dem Aktionärstreffen an diesem Donnerstag in Frankfurt ein Misstrauensvotum der Anteilseigner: Die Aktionäre könnten Aufsichtsrat und Vorstand die Entlastung für die Arbeit im Geschäftsjahr 2018 verwehren. Dies hätte zwar keine rechtlichen Konsequenzen, wäre aber eine herbe Klatsche.

Von der einst stolzen Deutschen Bank ist wenig geblieben, der Aktienkurs kommt nicht aus dem Keller. Christian Sewing ist bereits der vierte Vorstandschef, der sich in der Ära Achleitner um eine Trendwende müht.

Im vergangenen Jahr gab es immerhin den ersten Jahresgewinn seit 2014. Doch das erste Quartal 2019 verdeutlichte, wie angespannt die Lage der Deutschen Bank nach wie vor ist: Der Dax-Konzern verdiente gerade einmal 201 Millionen Euro, während die US-Konkurrenz in den drei Monaten Milliardengewinne einfuhr.

Die Geduld vieler Aktionäre ist am Ende. Es sei an der Zeit, dass die Anteilseigner Aufsichtsrat und Vorstand für die vielen Jahre mit Strafzahlungen und Imageverlust zur Rechenschaft zögen, meint der Stimmrechtsberater ISS. "Ab einem bestimmten Zeitpunkt sollten die Aktionäre ihren Bedenken Gehör verschaffen", meint ISS und rät erstmals dazu, Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bank die Entlastung zu verweigern.

Eine Nicht-Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand hat zwar keine rechtlichen Konsequenzen, gilt aber als schallende Ohrfeige.

Quelle: n-tv.de, dpa

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