Kurznachrichten
Montag, 06. Juni 2016

Forderung der deutschen Aids-Hilfe: Drogenpolitik braucht einen Paradigmenwechsel

Die Deutsche AIDS-Hilfe und weitere Fachverbände haben die Bundesregierung aufgefordert, in ihrer Drogen- und Suchtpolitik umzusteuern. In der deutschen Drogenpolitik herrsche Stillstand, erklärten die Herausgeber des Alternativen Drogen- und Suchtberichts 2016 Berlin. Beim Konsum der Volksdrogen Tabak und Alkohol sei Deutschland Weltspitze. "Bei den illegalisierten Drogen führen Strafverfolgung Konsumierender und ein Mangel an Hilfsangeboten zu immer mehr Drogentoten und drastischen Problemen für Konsumierende und die Gesellschaft."

Wirksame Gegenmaßnahmen seien längst international erprobt, so die Vertreter einer alternativen Drogenpolitik. "Während sich global ein Paradigmenwechsel vollzieht, lehnt die Bundesregierung selbst eine Überprüfung des Betäubungsmittelgesetzes ab, obwohl es seine Ziele verfehlt."

Der Frankfurter Suchtforscher Heino Stöver erklärte: "Die Bundesregierung verpasst den Einstieg in eine zeitgemäße Drogenpolitik. Wir brauchen eine Strategie, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Vernunft beruht statt auf politischen Tabus. Es geht nicht um eine generelle Drogenfreigabe, sondern darum, mehr Kontrolle zu erlangen und Schäden zu reduzieren." Am Donnerstag will die Bundesregierung ihren Drogen- und Suchtbericht 2016 vorstellen.

Quelle: n-tv.de

Aktuelle Nachrichtenthemen