Kurznachrichten

Einnahme von Al-FashirSudan: UN-Ermittler sehen Anzeichen für Völkermord durch RSF

19.02.2026, 15:04 Uhr
556996361
(Foto: picture alliance / Anadolu)

Die Einnahme der sudanesischen Stadt Al-Fashir durch die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) trägt nach Einschätzung von UN-Ermittlern Züge eines Völkermords.

Bei dem Angriff auf nicht-arabische Bevölkerungsgruppen habe es Massentötungen gegeben, teilte die unabhängige UN-Mission zur Faktenfindung im Sudan in Genf mit. Die Gewalt habe sich insbesondere gegen die ethnischen Gruppen der Zaghawa und Fur gerichtet.

Ein Bericht der UN-Mission beschreibt "drei Tage des Horrors", als die RSF Ende Oktober vergangenen Jahres die Stadt einnahm. Al-Fashir war zu diesem Zeitpunkt die letzte verbliebene Hochburg der regulären sudanesischen Streitkräfte (SAF) in der westlichen Region Darfur. Tausende Menschen seien getötet und vergewaltigt worden. "Das Ausmaß, die Koordination und die öffentliche Billigung der Operation durch die RSF-Führung zeigen, dass die Verbrechen in und um Al-Fashir keine zufälligen Kriegsexzesse waren", erklärte der Vorsitzende der Mission, Mohamad Chande Othman. Es handele sich vielmehr um Teil einer geplanten und organisierten Operation, die die entscheidenden Merkmale eines Völkermords aufweise.

Dem Bericht zufolge fanden die Ermittler Beweise für ein koordiniertes Vorgehen der RSF. Die Angriffe hätten sich gezielt gegen Personen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit gerichtet. Überlebende berichteten von expliziten Drohungen, die Stadt zu "säubern". Zeugen zitierten RSF-Kämpfer mit den Worten: "Gibt es hier Zaghawa unter euch? Wenn wir Zaghawa finden, werden wir sie alle töten."

Dem Sturm auf die Stadt war eine 18-monatige Belagerung vorausgegangen. Die RSF und die sudanesische Regierung reagierten zunächst nicht auf Anfragen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch auf die Übermittlung des Berichtsentwurfs durch die UN erfolgte laut den Ermittlern keine Reaktion. In der Vergangenheit hatte die RSF derartige Vorwürfe bestritten und erklärt, die Berichte seien von ihren Feinden erfunden worden.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales