Kurznachrichten
Donnerstag, 13. September 2018

Griechenland: Flüchtlingsorganisationen rügen Lage in Zentren auf Ägäinsinseln

Ein Bündnis von Flüchtlingsorganisationen hat die Zustände in den Aufnahmezentren Griechenlands in der Ostägäis angeprangert.

Insgesamt 19 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) riefen am Donnerstag in einem offenen Brief die Regierung in Athen und die EU auf, alles zu tun, damit die Unterkünfte entlastet werden. "Noch nie war die Lage so schlimm", hieß es in dem Brief, der auf den Homepages der Organisationen und in der Presse veröffentlicht wurde. Inzwischen sind auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos nach offiziellen Angaben mehr als 20 000 Menschen untergebracht. Die Lager, Hotspots genannt, haben aber nur eine Aufnahmekapazität für 6338 Menschen. Nichtregierungsorganisationen und das Flüchtlingshilfswerk der UN versuchen die Lage zu entschärfen, indem sie Flüchtlinge in gemieteten Wohnungen unterbringen.

Unterdessen mehren sich die Attacken rechtsextremistisch orientierter Gruppierungen. Vor allem auf Lesbos gab es verbale und tätliche Attacken auf Migranten. Zudem war vergangene Woche ein Monument auf Lesbos zerstört worden, das an ertrunkene Migranten erinnerte. Auch Journalisten wurden bedroht. Aus Protest traten Journalisten auf Lesbos am Donnerstag für 24 Stunden in einen Streik.

In den vergangenen Tagen hatten die Regionalgouverneurin der Nordägäisinseln und der Bürgermeister von Lesbos die Regierung aufgerufen, die Lager zu entlasten, indem sie Tausende Migranten aufs Festland bringen.

Quelle: n-tv.de

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