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"Romeo-und-Julia"-Klausel Frankreich legt erstmals Schutzalter gegen Missbrauch von Minderjährigen fest

In Frankreich sind Minderjährige ab sofort besser vor sexuellem Missbrauch und Inzest geschützt.

Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes an einer Wand eines Zimmers. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild

Schatten von Händen einer erwachsenen Person und dem Kopf eines Kindes an einer Wand eines Zimmers. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild

(Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild)

Am Donnerstag trat mit Veröffentlichung im Amtsblatt eine Gesetzesnovelle in Kraft, die bei einer Vergewaltigung eines Kindes oder Jugendlichen bis zu 20 Jahre Haft für Täter vorsieht. Sie schreibt zudem erstmals ein allgemeines Schutzalter von 15 Jahren vor. Bei Fällen von Inzest soll es sogar bei 18 Jahren liegen.

Unter diesem Alter kann es juristisch keinen einvernehmlichen Sex geben. "Damit kann sich kein Erwachsener mehr auf die Einwilligung eines Minderjährigen berufen", hatte Justizminister Eric Dupond-Moretti in der Parlamentsdebatte betont. Vor einigen Jahren hatte der Fall eines Franzosen für Empörung gesorgt, der nach angeblich "einvernehmlichem" Sex mit einer Elfjährigen freigesprochen worden war.

Eine sogenannte "Romeo-und-Julia"-Klausel in dem Gesetz soll sicherstellen, dass Sex unter annähernd Gleichaltrigen nicht automatisch strafbar wird.

Präsident Emmanuel Macron hatte Opfern sexuellen Missbrauchs zu Beginn dieses Jahres einen besseren Schutz zugesagt. Anlass war eine Serie von Missbrauchsvorwürfen gegen Prominente, unter anderem aus der Unterhaltungsbranche und an Hochschulen.

Quelle: ntv.de

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