Kurznachrichten
Mittwoch, 13. Juni 2018

Italiens Innenminister: Frankreich weist an italienischer Grenze systematisch Menschen ab

Der Streit zwischen Frankreich und Italien um die Aufnahme von mehr als 600 Flüchtlingen im Mittelmeer wirft ein Schlaglicht auf die Lage an der Grenze zwischen beiden Ländern. Nach Angaben des italienischen Innenministers Matteo Salvini hat Frankreich dort in den ersten fünf Monaten des Jahres 10.249 Migranten abgewiesen.

Auch in dem Bericht einer unabhängigen französische Kontrollbehörde von Anfang Juni wird die Lage am Grenzübergang zwischen dem französischen Menton und dem italienischen Ventimiglia kritisiert: Die französische Grenzpolizei sei damit beauftragt, "die Grenze dicht zu machen", heißt es. Den Flüchtlingen würden systematisch Rechte verweigert - etwa auf einen Arzt, einen Übersetzer oder einen Anruf bei Verwandten. Dies gelte auch für Minderjährige.

Nach Salvinis Angaben hat Paris auch die Zusage gegenüber der EU nicht eingehalten, 9816 Flüchtlinge aus Italien aufzunehmen. Bisher seien es nur 640 Menschen gewesen. Nach Angaben der EU-Kommission vom November nahm Frankreich im Rahmen des Umverteilungsprogramms sogar nur 377 Menschen aus Italien auf.

Quelle: n-tv.de

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