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Situation wie in Italien? Frankreichs Präsident Macron warnt vor Coronavirus-Epidemie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor einer rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gewarnt.

"Wir stehen vor einer Krise, die Epidemie kommt", sagte der Staatschef am Donnerstag bei einem Besuch in dem Pariser Krankenhaus La Pitié-Salpêtrière. Dort war in der Nacht zum Mittwoch erstmals ein französischer Staatsbürger gestorben, der positiv auf das Virus getestet worden war. Macron sagte bei dem Besuch in Begleitung von Gesundheitsminister Olivier Véran, die Behörden würden auf die Ausbreitung des Coronavirus "so gut wie möglich reagieren". In den französischen Krankenhäusern kommt es seit Monaten immer wieder zu Streiks des Pflegepersonals wegen der hohen Arbeitsbelastung.

Chefarzt Eric Caumes, der in der Klinik den Bereich für Infektions- und Tropenkrankheiten leitet, sagte im Gespräch mit Macron, in Frankreich werde es "eine Situation geben, die der in Italien ähnelt". Denn es gebe inzwischen "einheimische Übertragungsketten". Zugleich betonte er, dass die bisher zwei Toten in Frankreich neben der Coronavirus-Infektion auch eine andere schwere Krankheit gehabt hätten. Der zuletzt gestorbene Franzose war mit einer Lungenentzündung eingeliefert worden.

Bereits Mitte Februar war ein 80-jähriger Tourist aus China in einem Pariser Krankenhaus den Folgen der Viruserkrankung erlegen. Bei ihm handelte es sich um den ersten Toten in Europa. Derzeit werden vier Infizierte in französischen Krankenhäusern behandelt, zwölf weitere Patienten gelten als genesen.

Der Infektionsspezialist Caumes sagte weiter, alles hänge nun von der Gesamtzahl der Kranken ab: "Wenn wir 1000 Menschen haben, kann das System sich problemlos um sie kümmern. Wenn es aber 100.000 oder zehn Millionen innerhalb kurzer Zeit sein sollten, werden wir große Schwierigkeiten bekommen."

Quelle: ntv.de, AFP

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