Kurznachrichten
Mittwoch, 31. Januar 2018

"Zutiefst besorgt": Gabriel fordert von Israel Strategie zur Konfliktlösung

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat Israel aufgefordert, eine klare Strategie für die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern vorzulegen.

Als Freund Israels sei er "zutiefst besorgt über Israels mittel- und langfristige Optionen", sagte Gabriel bei einer Ansprache bei einer sicherheitspolitischen Konferenz in Tel Aviv. "Was genau ist Israels Strategie in diesem Konflikt?" Die USA hätten sich inzwischen eindeutig auf Israels Seite geschlagen. "Aber ist das wirklich nur eine gute Sache?" Ohne die USA als Schlichter wären historische Errungenschaften wie etwa der Friedensschluss Israels mit Ägypten nicht denkbar gewesen, sagte Gabriel. "Können die Amerikaner immer noch eine solche Rolle spielen, wenn sie so offen Partei ergreifen? Werden andere versuchen, ihren Platz einzunehmen?"

Einige Mitglieder der rechtsreligiösen Regierung in Israel seien ausdrücklich gegen eine Zwei-Staaten-Lösung in der Region. Damit ist die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates gemeint, der friedlich neben Israel existiert. Die Zwei-Staaten-Lösung sei immer "die Basis unseres Einsatzes für einen israelisch-palästinensischen Frieden und für die großen Finanzhilfen gewesen, die Deutschland und Europa für eine Unterstützung der Situation vor Ort zur Verfügung gestellt haben", betonte Gabriel.

Gabriel warnte auch, in Europa gebe es eine wachsende Frustration über Israels Vorgehen. "Auch in Deutschland, und ehrlicherweise innerhalb meiner eigenen Partei, fühlen sich junge Menschen immer weniger geneigt, eine aus ihrer Sicht unfaire Behandlung der Palästinenser zu akzeptieren", sagte Gabriel. "Und es wird immer schwerer für Leute wie mich, zu erklären, warum unsere Unterstützung Israels weitergehen muss." Als Freund und enger Verbündeter "müssen wir wissen, ob Israel eine Verhandlungslösung dieses Konflikts nicht mehr unterstützt".

Quelle: n-tv.de

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