"Gegenseitiges Verständnis"Lufthansa will mit externem Moderator den Konflikt mit Piloten lösen

Die Lufthansa nimmt angesichts von Streikdrohungen einen neuen Anlauf im Konflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.
Die Lufthansa nimmt angesichts von Streikdrohungen einen neuen Anlauf im Konflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. In einer Reuters vorliegenden Mitarbeiterinfo räumt der Lufthansa-Manager und Frankfurter Hub-Chef Francesco Sciortino ein, dass "keine belastbare Arbeits- und wahrscheinlich auch Vertrauensbasis" zwischen dem Unternehmen und der VC bestehe. Er rief dazu auf, im Streit um die Altersvorsorge Verhandlungen über eine "kostenneutrale" Lösung wieder aufzunehmen. Den grundsätzlichen Konflikt über die Zukunft der Kernmarke will die Lufthansa mithilfe eines externen Moderators lösen, wie der Manager erklärte. "Wir brauchen einen neuen Ansatz und wollen einen neuen Versuch zur Verständigung unternehmen." Von der VC gab es zunächst keine Stellungnahme.
Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft VC liegen schon länger im Clinch über Kostensenkungen bei der Kernmarke Lufthansa Classic. Das Unternehmen unterzieht die Airline nach roten Zahlen 2024 einem Sparprogramm, das auch zu niedrigeren Kosten und mehr Produktivität der Cockpit-Beschäftigten führen soll. Um das hohe Tarifniveau der Classic zu vermeiden, gründete die Lufthansa die neuen Flugbetriebe Discover und City Airlines, die zu deutlich niedrigeren Personalkosten arbeiten. Die VC lehnt das entschieden ab. Gespräche über eine neue Perspektivvereinbarung mit Zusagen der Flottengröße gegen Zugeständnisse der Pilotinnen und Piloten brach die VC ab, mit der Begründung, an solche Vereinbarungen habe sich der Arbeitgeber in der Vergangenheit nicht gehalten.
Die Lufthansa will mithilfe eines externen Moderators eine "Grundlage für eine künftig sachorientierte und weniger emotionsbeladene Zusammenarbeit schaffen und zentrale Differenzen systematisch bearbeiten". Zudem soll es darum gehen, "gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und auszuloten, wie eine belastbare Balance zwischen wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und berechtigten Interessen der Mitarbeitenden erreicht werden kann", hieß es.