Kurznachrichten

Stuttgart 21 Geißler fordert Land zur Mehrkostenübernahme auf

Der frühere Schlichter im Streit um das Bauprojekt «Stuttgart 21», Heiner Geißler, hat die baden-württembergische Landesregierung aufgefordert, sich an Mehrkosten für den umstrittenen Tiefbahnhof zu beteiligen.

«Die Landesregierung muss sich im Klaren sein, dass man die Sache nicht scheitern lassen kann, es ist ja schon eine beachtliche Baugrube ausgehoben, wenn man das Loch jetzt zuschüttet, wäre das ja eine Witzveranstaltung bis ins nächste Jahrhundert», sagte Geißler der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vom Freitag.

Die Bahn hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie mit Mehrkosten von mindestens 1,1 Milliarden Euro für «Stuttgart 21» rechne. Diese wolle der Konzern selbst übernehmen. Hinzu kämen «Risiken» in Höhe von bis zu 1,2 Milliarden Euro. An diesen sollten sich der Bund, das Land und die Stadt Stuttgart beteiligen. Diese lehnen das aber bisher ab.

Geißler sagte der Zeitung, die Bahn habe das Projekt nicht gewollt. Es sei der frühere Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) gewesen, der es aus politischen Gründen durchgesetzt habe. Seit Frühjahr 2011 stellt allerdings mit Winfried Kretschmann ein Grüner den Ministerpräsident. Die Grünen lehnten «Stuttgart 21» von Beginn an ab.

Bei der Neugestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs warb Geißler erneut für sein Modell einer Kombination aus Kopf- und Tiefbahnhof statt eines reinen Tiefbahnhofs. «Der Kombibahnhof ist 1,5 bis zwei Milliarden Euro billiger. Wenn man will, kann man ihn bauen», sagte Geißler. Für den Kombibahnhof müssten zudem weniger Tunnel gebaut werden, das würde weiter Risiken mindern. Eine Entscheidung über die Zukunft von «Stuttgart 21» wird in Kürze der Bahn-Aufsichtsrat treffen.

Quelle: ntv.de, AFP

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