Gemeinsame RüstungsinitiativeE5-Staaten starten Projekt zur Entwicklung schneller und günstiger Luftabwehr

Die in der sogenannten E5-Gruppe organisierten europäischen Länder haben eine Initiative zur Entwicklung preiswerter und schneller Luftabwehr gestartet.
Ziel sei es, "innovative Systeme, insbesondere zur Verteidigung gegen Drohnen, schnell und preiswert zu entwickeln und dann ebenso schnell in hoher Zahl zu produzieren", sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien.
Für die Initiative mit dem Namen Low-Cost Effectors and Autonomous Platforms (Kostengünstige Systeme und autonome Plattformen), kurz Leap, sollen die "besten Unternehmen" aus den E5-Ländern gewonnen werden, sagte Pistorius. Sollte "Leap" sich bewähren, könne dies auch Vorbildcharakter für andere Bereiche haben.
Im vergangenen Jahr hatte es in Deutschland sowie in anderen europäischen Staaten immer wieder Vorfälle mit unidentifizierten Drohnen etwa über Flughäfen, Militäreinrichtungen sowie sensiblen Industriebetrieben gegeben. Die Sicherheitsbehörden vermuten in vielen Fällen Russland hinter den Überflügen.
In Polen waren im September mehrere russische Drohnen abgeschossen worden, die tief in den Luftraum des EU- und Nato-Lands eingedrungen waren. Der Abschuss unter dem Einsatz von Kampfjets ist jedoch sehr teuer. EU und Nato bemühen sich daher um eine effektive und kostengünstige Drohnenabwehr.
Die sogenannte E5-Gruppe (Group of Five) zur Stärkung der Verteidigungszusammenarbeit war 2024 von Pistorius ins Leben gerufen worden. An dem Treffen in Krakau nahmen auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sowie die stellvertretende Nato-Generalsekretärin Radmila Shekerinska teil.