Kurznachrichten

Gegen Easyjet und Ryanair Germanwings soll neue starke Billigairline in Deutschland und Europa werden

Die Lufthansa verlagert große Teile ihres Kurz- und Mittelstreckenprogramms auf ihre Tochter Germanwings.  Über die bereits etablierte  Marke Germanwings wird künftig der deutsche und europäische Direktverkehr außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München abgewickelt. Bislang bieten sowohl Lufthansa als auch Germanwings Direktflüge an: Damit soll nun Schluss sein.

Die Lufthansa bedient künftig ausschließlich die deutschen und europäischen Strecken von und nach Frankfurt und München sowie die Langstreckenflüge. Mit diesem Schritt will der Lufthansa-Konzern das kostenträchtige und wettbewerbsintensive Europageschäft wieder profitabel machen. Bis 2015 sollen operativ wieder Gewinne geschrieben werden, erklärte die Lufthansa. Das Geschäft ist seit Jahren defizitär.

Der neue Ableger ist nach Ansicht des Lufthansa-Managements wegen der harten Konkurrenz durch Ryanair oder Easyjet dringend nötig. Die Rivalen haben niedrigere Kosten - auch weil das Personal wesentlich geringer bezahlt wird. Die Lufthansa hingegen musste im Europaverkehr in den vergangenen Jahren hohe Verluste verkraften. Die neue Billiggesellschaft ist Kernstück des Sparprogramms, dass sich die Lufthansa Anfang des Jahres  auferlegte. Konzernweit soll der operative Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro gesteigert werden.

Die "neue Germanwings" soll im Dezember vorgestellt werden. Klar ist, dass die bisherige Führung von Germanwings unverändert bleibt. Die drei Geschäftsführer Thomas Winkelmann, Axel Schmidt und Oliver Wagner sollen die Neuausrichtung vorantreiben.  Insgesamt werden bis zu 30 Flugzeuge, die heute Strecken der Lufthansa im Direktverkehr bedienen, ab Januar 2013 zu Germanwings überführt. Die Regionaltochter Eurowings, die ausschließlich Strecken im Auftrag der Lufthansa bedient, soll weiter eigenständig bleiben, jedoch künftig im Auftrag von Germanwings fliegen.

Die Gewerkschaften stehen der Strategie kritisch gegenüber. Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Christoph Franz nannte eine Einigung mit den Tarifpartnern als Voraussetzung für den Erfolg. Die Kostengünstigkeit von Germanwings müsse erhalten bleiben, forderte er. Es werde keinen Import der Lufthansa-Kostenstrukturen geben. Das bedeutet im Klartext: Auf die Lufthansa-Mitarbeiter, die in die neue Billigairline wechseln, kommen Einschnitte zu. Künftig sollen die Tarif-Veträge von Germanwings gelten.

 

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Quelle: ntv.de, DJ, rts

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