Gesundheit

Gesundheit Frauen sterben häufiger am Herzinfarkt als Männer

Berlin (dpa/tmn) - Herzinfarkt ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Frauen sind besonders gefährdet, da die Erkrankung bei ihnen nur schwer diagnostiziert werden kann.

Frauen können die Gefahr, an einem Herzinfarkt zu sterben, durch einen gesunden Lebensstil und den Verzicht aufs Rauchen verringern. «Die Hauptgründe für einen Herzinfarkt bei Frauen sind Übergewicht, Diabetes und Rauchen», sagte Prof. Vera Regitz-Zagrosek, Direktorin des Institut für Geschlechterforschung an der Charité Berlin, anlässlich eines Symposium zum Thema Gendermedizin. Bei Frauen sei die Gefahr, an einem Infarkt zu sterben, besonders hoch, da die Erkrankung nur schwer festgestellt werden kann. Jedes Jahr sterben in Deutschland 65 000 Menschen an einem Herzinfarkt, 55 Prozent davon sind weiblich.

Die typischen Symptome bei einem Herzinfarkt sind Schmerzen im Brustkorb, die in Arme und Schulterblätter ausstrahlen können. Diese Symptome treten bei beiden Geschlechtern auf. Jedoch klagen Frauen bei einem Infarkt vermehrt über Müdigkeit, Schweißausbrüche und Rückenschmerzen - im Gegensatz zu den männlichen Betroffenen. Sogar Schmerzen im Kiefer können ein Anzeichen für einen Infarkt sein, sagte Regitz-Zagrosek. Gerade wegen diesen vielen verschiedenen Anzeichen sei es für einen Arzt unter Umständen schwierig, die richtige Diagnose zu stellen.

Auch die medikamentöse Behandlung nach einem Herzinfarkt ist schwierig: Arzneien würden von Frauen oft überdosiert eingenommen, da es keine geschlechtsspezifische Medikamentenentwicklung gibt, so die Genderforscherin. Ist es nicht möglich, das Medikament entsprechend dem Geschlecht zu dosieren, sollte sich der Arzt nach dem niedrigeren Gewicht und dem erhöhten Körperfettanteil der Patientin richten.

Ein Infarkt ist eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, die die häufigste Todesursache in Deutschland ist. Laut dem Statistischem Bundesamt werden 47 Prozent aller Todesfälle durch eine solche Erkrankung ausgelöst.

Quelle: ntv.de, dpa