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Gesundheit Geplante Schwangerschaft bei Epilepsie früh ansprechen

Darmstadt (dpa/tmn) - Frauen mit Epilepsie sollten ihrem Arzt so früh wie möglich von ihrem Kinderwunsch erzählen. Denn einige Epilepsiemedikamente bergen Risiken für das ungeborene Kind.

Bestimmte Antiepileptika oder die Kombination mehrerer Mittel erhöhen die Gefahr, dass das Kind fehlgebildet ist und ein niedrigeres Geburtsgewicht hat als bei einer gesunden Mutter. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) in Darmstadt hin. Eine schwangere Epileptikerin sollte die niedrigste wirksame Dosis möglichst nur eines Mittels bekommen.

Die richtige Medikamentengabe ist auch wichtig, um epileptische Anfälle während der Schwangerschaft zu verhindern, weil diese Attacken das Kind ebenfalls gefährden können. DGKN-Experte Prof. Soheyl Noachtar empfiehlt darüber hinaus, bereits vor der Schwangerschaft täglich fünf Milligramm Folsäure einzunehmen. Damit ließen sich neurologische Defekte wie ein offener Rücken beim Kind verhindern. Werdende Mütter mit Epilepsie sollten die Einnahme auch das gesamte erste Schwangerschaftsdrittel fortsetzen.

Nach Angaben der DGKN ist Epilepsie eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralen Nervensystems. In Deutschland sind circa 800 000 Menschen betroffen.

Literatur:

- Pirker, Susanne: Frauen mit Epilepsie: 7 wichtige Aspekte, in: Klinische Neurophysiol 2012; Heft 43, S. 138-143

- Sabine Weil, Charlotte Deppe, Soheyl Noachtar: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 45

Quelle: ntv.de, dpa