Kurznachrichten

Indien Grenzen für internationalen Einzelhandel eröffnet

Nachdem ein erster Vorstoß vor rund einem Jahr scheiterte, öffnet Indien seine Grenzen nun für Supermarktriesen aus dem Ausland. Nach einer zweiwöchigen Debatte stimmte das Parlament in Neu-Delhi nun entsprechenden Regierungsplänen zu.

Damit können nun Größen wie der US-Weltmarktführer Wal-Mart, der französische Rivale Carrefour und der britische Tesco -Konzern in den 450 Milliarden Dollar schweren Einzelhandel der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens einsteigen. Zwar war Ministerpräsident Manmohan Singh nicht auf die Zustimmung der Abgeordneten angewiesen, doch dürfte das Votum seiner fragilen Regierungskoalition auch bei weiteren, umstrittenen Wirtschaftsreformen zugutekommen.

Singh hatte Ende letzten Jahres Pläne für eine Öffnung des Landes für ausländische Supermarktketten kurzfristig auf Eis gelegt, nachdem in der Bevölkerung heftige Proteste ausgebrochen waren. Vor allem die im Einzelhandel des sich rasant entwickelnden Schwellenlandes noch immer dominierenden Familienbetriebe befürchten, von den multinationalen Konzernen überrollt zu werden. Befürworter wollen dagegen mit der Öffnung der Branche Engpässe im Warenangebot beseitigen, Arbeitsplätze schaffen und dringend benötigtes Auslandskapital in das Land locken.

Den nun erfolgreichen Reformvorstoß hatte Singh im September gestartet. Aus Protest gegen seine Einzelhandelspläne verließ aber eine kleinere Partei die Regierung. Singh steht unter Druck, vor den Wahlen 2014 die sich abkühlende Wirtschaft wieder anzukurbeln. Indien braucht ein Wachstum von mindestens 8,5 Prozent, um neue Jobs zu schaffen.

Quelle: ntv.de, rts

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