Kurznachrichten
Donnerstag, 07. Dezember 2017

Kaum noch Riesen-Transaktionen: Investmentbank - Chinesische Firmenkäufer kehren zurück

Chinesische Unternehmen fassen nach Einschätzung einer US-Investmentbank wieder zunehmend Zukäufe im Ausland ins Auge. Bis zum Kongress der Kommunistischen Partei im Oktober hätten sich viele Konzerne des Landes mit Akquisitionsvorhaben zurückgehalten und damit im laufenden Jahr für geringere Transaktionsvolumen gesorgt, erklärte der Schweiz-Chef von JP Morgan, Nick Bossart, am Donnerstag.

"Seitdem sind chinesische Käufer wieder deutlich aktiver in M&A-Prozessen." Viele dieser Deals seien allerdings noch nicht spruchreif. Chinesische Unternehmen würden zwar global nach Zukäufen suchen, hätten sich bisher aber in Europa wohler gefühlt als in den USA, erklärte der Banker.

So hatte der Staatskonzern ChemChina etwa den Schweizer Agrochemieriesen Syngenta geschluckt und der Haushaltsgeräte-Hersteller Midea den deutschen Roboterbauer Kuka gekauft. Bossart zufolge interessierten sich die Chinesen nun vor allem für Technologiefirmen und Unternehmen, die der wachsenden Mittelklasse gehobene Dienstleistungen anbieten. Die chinesische HNA hatte etwa tourismus-nahe Firmen aus der Schweiz erworben.

Riesen-Transaktionen von chinesischen Unternehmen im Westen dürften jedoch abnehmen, prognostizierte Bossart. Die vertiefte Prüfung durch politische Gremien und vor allem Regulatoren sorge dafür, dass sich sowohl die Käufer als auch die Ziel-Unternehmen einen solchen Schritt zwei Mal überlegten.

Auf dem alle fünf Jahre stattfindenden Parteikongress hatte Präsident Xi Jinping angekündigt, den privaten Konsum als Grundlage für die weitere Entwicklung Chinas anzukurbeln. Zudem solle die Volksrepublik bis 2035 eines der innovativsten Länder der Welt werden.

Quelle: n-tv.de

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