Kurznachrichten

Flugverbot nach Kurden-Votum Irak lässt Ausländer über Bagdad ausreisen

Die irakische Regierung lässt nach der Verhängung eines Flugverbots über die autonome Kurdenregion im Nordirak die dort festsitzenden Ausländer über Bagdad ausreisen. Alle Ausländer, die mit einem Visum der kurdischen Autonomieregion in den Irak eingereist seien, dürften ohne Zahlung eines Bußgelds oder ein Ausreisevisum über Bagdad das Land verlassen, sagte Innenminister Kassem al-Aradschi.

Journalisten stellte sein Ministerium zudem eine beschleunigte Bearbeitung ihrer Visa-Anträge in Aussicht. Wenige Tage nach dem Votum der nordirakischen Kurden für eine Unabhängigkeit vom Irak hatte die Zentralregierung am Freitag ein Flugverbot für die autonome Kurdenregion verhängt.

Auch die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Germania strichen daher ihre Verbindungen nach Erbil und Suleimanija. Bislang waren viele Ausländer mit einem Visum der kurdischen Autonomieregion in den Nordirak eingereist, das nur dort gilt. Eine Ausreise über irakische Flughäfen ist normalerweise nur mit einem Visum für den Irak möglich.

Die Kurden im Nordirak hatten am Montag vor einer Woche gegen den Widerstand der Zentralregierung in Bagdad in einem Referendum über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. Zwar stimmten die Wähler praktisch geschlossen für die Abspaltung, doch ist ungewiss, was daraus folgt. Bagdad hat mit einer militärischen Intervention gedroht und Verhandlungen auf Grundlage des Referendums abgelehnt.

Quelle: ntv.de, AFP

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