Kurznachrichten

Anschlag in Jerusalem Israelische Fanatiker zünden Kirche an

Auf ein Gebäude der griechisch-orthodoxen Kirche mitten in Jerusalem ist in der Nacht ein Brandanschlag verübt worden. Da am Tatort Hassparolen gegen Jesus Christus gesprüht wurden, vermutet die Polizei jüdische Extremisten als Täter. "Die Brandstifter haben offensichtlich aus nationalistischen Motiven gehandelt", erklärte Polizeisprecherin Luba Samri. Auch weitere Maueraufschriften deuteten auf israelische Fanatiker hin.

Ziel des Anschlags war ein Seminargebäude, das an der Altstadtmauer zwischen Jaffa-Tor und Zionsberg in den Habonim-Gärten liegt. Obwohl drei Löschzüge den Brand rasch eindämmen konnten, wurden Teile des von Mönchen für theologische Studien genutzten Hauses zerstört. Der orthodoxe Erzbischof Aristarchos sagte dem israelischen Armeeradio: "Ich empfinde die Tat als Beleidigung für unsere Kirche und Religion. Aber sie ist auch eine Beleidigung aller Israelis, die an unser hiesiges Zusammenleben in friedlicher Koexistenz glauben."

Erst am Mittwoch war eine Moschee südlich von Bethlehem im besetzten Westjordanland Ziel eines Brandanschlags. Dort gefundene Parolen deuteten darauf hin, dass Extremisten aus nahegelegenen israelischen Siedlungen die Täter sein könnten.

Seit fünf Jahren ereignen sich in Israel und im Westjordanland immer wieder Anschläge auf Gebäude und Autos von Palästinensern und israelischen Arabern, gelegentlich auch auf geparkte Armeefahrzeuge. Diese werden von Parolen begleitet, die auf radikale Siedler oder israelische Rassisten als Urheber schließen lassen. Auch Moscheen oder christliche Kirchen und Klöster waren schon häufiger das Ziel von Brandanschlägen. Armee und Polizei konnten in Einzelfällen ultranationalistische Israelis als Täter ermitteln, tappen aber meistens im Dunkeln.

Quelle: ntv.de, AFP

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