Kurznachrichten
Dienstag, 22. April 2014

Kritik an Heiligsprechung: Johannes Paul II. wird Vertuschung vorgeworfen

Vor der geplanten Heiligsprechung von Johannes Paul II. hat der Vatikan Vorwürfe zurückgewiesen, der vor neun Jahren gestorbene Ex-Papst habe den Kindesmissbrauch durch einen prominenten Ordensgründer jahrelang vertuscht.

"Es gibt keine persönliche Verwicklung des Heiligen Vaters in dieser Affäre", sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Der Fall Marcial Maciel galt als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Heiligsprechung für Johannes Paul, die am Sonntag erfolgen soll. Der Mexikaner Maciel gründete den ultrakonservativen Orden Legionäre Christi und missbrauchte zahlreiche minderjährige Seminaristen sowie Kinder, die er mit verschiedenen Frauen gezeugt hatte.

Er starb 2008 im Alter von 87 Jahren in den USA. Erste Vorwürfe gegen ihn tauchten schon in den 1980er Jahren auf. Statt den Vorwürfen auf den Grund zu gehen billigte der Vatikan ein Ordensstatut.  Gegner der Heiligsprechung von Johannes Paul werfen dem polnischen Ex-Papst nicht nur vor, die Vorwürfe gegen Maciel unter den Teppich gekehrt zu haben. Für sie hat das frühere Oberhaupt der Katholiken die Interessen der Kirche über die Not der zahlreichen Missbrauchsopfer von Geistlichen gestellt.

Quelle: n-tv.de

Aktuelle Nachrichtenthemen