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Nach Scheitern von erstem Anlauf Kirche will Missbrauch durch Geistliche wissenschaftlich aufarbeiten

Mit einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt will die katholische Kirche den Missbrauchsskandal in ihren eigenen Reihen aufarbeiten. In Münster beschlossen die Bischöfe bei ihrer Frühjahrsvollversammlung einen Forschungsplan sowie die Zusammenarbeit mit neuen Partnern. Ein erster Anlauf dazu war vor einem Jahr gescheitert.

Ziel ist, die sexuellen Übergriffe von Priestern und anderen Geistlichen an Minderjährigen von 1945 bis heute zu analysieren, um künftig Missbrauch zu verhindern. "Das Thema liegt uns sehr am Herzen und ist von großer Bedeutung", erklärte der bisherige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Deshalb werde der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der für die Aufarbeitung des Skandals verantwortlich ist, das Projekt "in den kommenden Wochen und in jedem Fall vor Ostern" auf einer eigenen Pressekonferenz mit dem neuen Partner vorstellen.

2013 hatte die Kirche ein gemeinsames Forschungsvorhaben mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer aufgekündigt, weil es auf beiden Seiten unterschiedliche Vorstellungen über Inhalte und Vorgehen gab. Daraufhin hatte die Bischofskonferenz die Studie neu ausgeschrieben und wollte Experten verschiedener Fachrichtungen ins Boot holen.

Quelle: ntv.de, dpa

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