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"Frechheit" Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert möglichen Ecclestone-Deal

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, von 2009 bis 2013 Bundesjustizministerin, hat den sich anbahnenden 100-Millionen-Dollar-Deal im Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zwischen dem Engländer und der Staatsanwaltschaft als "Frechheit" kritisiert.

In ihren Augen dürfe "in dieser Dimension nicht mit der Justiz, mit der Gerechtigkeit gehandelt  werden. Das hat nicht nur ein Geschmäckle, das ist wirklich eine Frechheit", sagte die FDP-Politikerin dem Deutschlandfunk. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, bietet Ecclestone 100 Millionen Dollar (rund 75 Millionen Euro), damit das Verfahren gegen  ihn eingestellt wird. Der Deal würde dazu führen, dass der Brite  nicht verurteilt wird und somit höchstwahrscheinlich Formel-1-Chef  bleibt. Das letzte Wort hat die fünfte Strafkammer des Landgerichts  München I unter Vorsitz von Richter Peter Noll. Die Verhandlung wird an diesem Dienstag fortgeführt.

"Mich beschleicht erhebliches Unbehagen, um nicht ganz deutlich zu sagen, ich halte einen Deal in dieser Dimension, wenn es denn dazu käme, für nicht mit dem Sinn und Zweck unserer gesetzlichen Regelung in Einklang zu bringen", sagte Leutheusser-Schnarrenberger: "Denn 100 Millionen Dollar zu zahlen, zeigt ja, dass hier im Kern schon eine ganz erhebliche Schuld vorliegen muss, die hier vor Gericht verhandelt wird, mit einem Strafmaß bis zu möglichen zehn Jahren."

Ecclestone wird in dem Prozess vorgeworfen, dem Banker Gerhard  Gribkowsky im Zuge des Verkaufs von Formel-1-Anteilen der BayernLB an den britischen Investor CVC 44 Millionen US-Dollar (32,5  Millionen Euro) an Bestechungsgeldern gezahlt zu haben, um seine Machtposition zu sichern.

Quelle: ntv.de, sid

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