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Kein höherer Lohn für Minijobber Mindestlohn führt oft zu verringerten Arbeitszeiten

Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern haben Minijobber ihre höheren Löhne nach der Einführung des Mindestlohns häufig mit Einschnitten bei der Arbeitszeit bezahlt.

Vor allem Chefs in Ostdeutschland hätten mit der Verkürzung der Wochenarbeitszeit verhindert, dass der Minijobber-Lohn die Schwelle zur Sozialversicherungsplicht überschreitet, geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. In Ostdeutschland lag nach IAB-Erkenntnissen die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Minijobbern im Jahr 2015 mit 12,93 Stunden um gut 5 Prozent unter dem Niveau von 2014, im Westen mit 11,15 Wochenstunden dagegen lediglich um rund 2,5 Prozent niedriger.

Nach Angaben von IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber entspricht die durch den Mindestlohn bedingte Verringerung der Arbeitszeit etwa 75 Millionen Arbeitsstunden im Jahr und damit der Jahresarbeitszeit von rund 150.000 Minijobbern. Die Strategie, die gestiegenen Lohnkosten für Minijobber mit verkürzten Einsatzzeiten auszugleichen, sei vor allem in der ostdeutschen Land- und Forstwirtschaft verbreitet.

Aber auch öffentliche Verwaltungen sowie die Kunst- und Unterhaltungsbranche seien häufig diesen Weg gegangen, berichtet das IAB. "Bei der großen Mehrheit der Betroffenen ist der Lohn aber einfach nur erhöht worden, ohne die Einsatzzeit zu kappen", berichtete Weber. Nach seinen Angaben haben 60 Prozent der Minijobber vor Einführung des Mindestlohns für weniger als 8,50 Euro die Stunde gearbeitet.

Quelle: n-tv.de, dpa

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