Kurznachrichten

Prozess gegen "Oldschool Society" Mutmaßliche Rechtsterroristen schildern ihr Leben

Zwei Angeklagte haben im Terrorprozess gegen die rechtsextreme "Oldschool Society" am Montag ihren Werdegang geschildert. Der selbst ernannte Anführer der Gruppe, Andreas H. aus Augsburg, berichtete vor dem Oberlandesgericht München von schwierigen Verhältnissen in der Kindheit und Gefängnisaufenthalten sowie von seiner Sammelleidenschaft für NS-Gegenstände.

Die 23 Jahre alte Denise G. berichtete über eine von Alkohol, Drogen und brüchigen Beziehungen geprägte Jugend. Bereits zu Prozessbeginn hatten Markus W. und Olaf G. ihr Leben geschildert. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Quartett die Bildung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sachsen vor.

Andreas H. kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn er über seine Leidenschaft für Waffen - "keine, die schießtauglich sind" - spricht, für Modellschiffe, SS-Mützen und "die Hochzeitsausgabe" von "Mein Kampf": Diese sei "sehr, sehr, sehr teuer und wird noch teurer werden". Er habe versucht, den Text zu lesen, "aber das sei "sehr, sehr schwer". "Ich bin kein Nazi und ich werde nie einer sein."

Denise G. aus Sachsen hatte zuvor schwierige Beziehungs- und Familienverhältnisse geschildert. "War alles nicht so toll" und "nicht so prickelnd", sagte sie mehrfach auf Fragen. Die Schule beendete sie ohne Abschluss. Ausbildungen brach sie ab. Mit 13 begann sie mit Alkohol, wenig später mit Drogen. Etwa ab 14 Jahren habe sie nicht mehr zuhause gewohnt. Das erste Kind, einen Sohn, bekommt sie mit 18.

Quelle: ntv.de, dpa

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