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Austragung in Krisenzeiten Opposition in Singapur hält Wahlen während der Pandemie für verantwortungslos

Der südostasiatische Stadtstaat Singapur hat am Freitag Parlamentswahlen unter strengen Hygiene-Vorschriften abgehalten. Als Favorit galt die People's Action Party (PAP) von Premierminister Lee Hsien Loong, die Singapur schon seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1965 an der Macht ist.

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(Foto: dpa)

Die Opposition bezeichnete die Austragung der Wahlen inmitten der Pandemie als "unverantwortlich". Die Wahllokale sollten um 20.00 Uhr (Ortszeit) schließen, das amtliche Ergebnis wurde für Samstagmorgen erwartet. Premierminister Lee Hsien Loong räumte nach seiner Stimmabgabe anfängliche "Kinderkrankheiten" bei der Organisation der Wahl ein. "Jetzt läuft aber alles reibungslos", sagte der 68-Jährige vor Reportern. Insgesamt waren 2,65 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimmzettel abzugeben. Wegen des Coronavirus mussten die Singapurer Masken und Handschuhe tragen sowie auf Abstandsregeln achten. Vor einigen Wahllokalen bildeten sich lange Warteschlangen.

Singapur hatte zunächst international Anerkennung bekommen für sein erfolgreiches Vorgehen gegen das Coronavirus mit konsequenter Fallverfolgung und einem strengen Testsystem. Dann aber infizierten sich zahlreiche Wanderarbeiter, die schlecht bezahlt werden und unter beengten Bedingungen leben müssen. Die meisten der 45.000 registrierten Corona-Infektionen in Singapur kommen aus dieser Gruppe. Zuletzt gingen die Infektionszahlen zwar zurück, der Regierung wird aber vorgeworfen, nicht genug für diese Menschen zu tun.

Quelle: ntv.de, AFP

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