Kurznachrichten

Vorwurf der Verantwortungslosigkeit Pro Asyl kritisiert deutsche Flüchtlingspolitik

Deutschland entzieht sich nach Expertenmeinung trotz der gestiegenen Asylzahlen vielfach der Verantwortung in der Flüchtlingspolitik. Die Menschen, die an den EU-Außengrenzen gestoppt werden, tauchten in den Statistiken nicht auf, sagte der Geschäftsführer der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl, Günter Burkhardt.

Die EU schotte sich nach wie vor ab und versage beispielsweise in der syrischen Flüchtlingskrise komplett. Das gelte auch für Deutschland. Die Asylsuchenden, die es nach Deutschland schafften, müssten zum Teil mehr als ein Jahr warten, bis über ihren Antrag entschieden sei, beklagte Burkhardt. Die Bundesregierung will angesichts der langen Verfahren beim zuständigen Bundesamt 300 neue Stellen schaffen. "Ich glaube nicht, dass das ausreicht", sagte Burkhardt.

Er kritisierte auch die Pläne der schwarz-roten Koalition, mehrere Balkan-Staaten als sichere Herkunftsländer einzustufen, um Menschen von dort schneller in ihre Heimat zurückschicken zu können. "Man versucht so, sich der Verantwortung zu entledigen, jeden Einzelfall zu prüfen", rügte Burkhardt. Ohnehin schicke Deutschland viele Flüchtlinge dorthin zurück, wo sie erstmals die EU betreten hätten.

Nach jüngsten Zahlen der Vereinten Nationen ist Deutschland unter den westlichen Staaten das Zielland Nummer eins für Asylbewerber.

Mehr zum Thema
Deutschland ist Asylziel Nummer eins

Quelle: ntv.de, dpa

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.