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Großes Polizeiaufgebot in Kayseri Prozess um totgeprügelten Demonstranten in der Türkei begonnen

Unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag in der Türkei der Prozess um den Tod eines regierungskritischen Demonstranten begonnen. Angeklagt sind acht Verdächtige, darunter vier Polizisten.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, den 19-jährigen Ali Ismail Korkmaz mit Baseballschlägern und Knüppeln verprügelt zu haben. Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras scheinen dies zu belegen. Der Vorfall in der Studentenstadt Eskisehir ereignete sich vergangenen Juni während einer Demonstration gegen die islamisch-konservative Regierung, die damals landesweit im Kreuzfeuer der Kritik stand. Nach 38 Tagen im Koma starb der Student schließlich an seinen schweren Kopfverletzungen. Den Beschuldigten drohen lebenslange Haftstrafen.

Etwa 2000 Sicherheitskräfte waren am Montag rund um das Gerichtsgebäude in der zentraltürkischen Stadt Kayseri im Einsatz, Demonstrationen waren aus Sicherheitsgründen verboten. In einigem Abstand zum Gebäude versammelten sich trotzdem dutzende Menschen zu einer Kundgebung. Seit Sonntag hielt die Polizei junge Türken in mehreren Bussen davon ab, nach Kayseri zu fahren.

Quelle: ntv.de, AFP

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