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Streit mit Türkei um Besuch in Incirlik Staatssekretär darf nicht zu deutschen Soldaten

Im Streit um die von der Türkei abgelehnte Visite des deutschen Verteidigungsstaatssekretärs Ralf Brauksiepe auf der Lufwaffenbasis Incirlik geht es in die nächste Runde. Demnach habe ein Gespräch im Auswärtigen Amt stattgefunden, bei dem der Geschäftsträger der türkischen Botschaft geladen war, so eine Sprecherin des Ministeriums.

Das Amt habe sich dabei ausdrücklich für den Besuch Brauksiepes eingesetzt. Man habe der türkischen Seite deutlich gesagt, dass solche Truppenbesuche üblich seien und unter Nato-Verbündeten eine Selbstverständlichkeit darstellen sollten.

Die türkischen Behörden gingen allerdings offenbar nicht auf die deutschen Wünsche ein. "In dem Fall ist bedauerlicherweise der Reiseplanung von türkischer Seite nicht entsprochen worden", schilderte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Daran habe sich nichts geändert.

"Der Reisewunsch zum deutschen Einsatzkontingent besteht fort", unterstrich er. Es gebe weiter Bemühungen auf diplomatischen Kanälen, ein Umdenken der Türkei herbeizuführen – bislang ohne Erfolg.

Die türkische Seite hat die Bundesregierung wissen lassen, sie halte es nicht für angemessen, dass Politiker den Stützpunkt im Süden des Landes besuchen. Militärischen und technischen Delegationen stünden solche Visiten aber frei. Bislang hatte die Türkei den Besuch von Politikern in Incirlik, wo 250 deutsche Soldaten sowie Kampfjets und ein Tankflugzeug stationiert sind, zugelassen.

Das Verhältnis der beiden Nato-Partner ist aber seit einiger Zeit belastet. Zuletzt hatte die Türkei heftig auf die Resolution des Bundestages reagiert, in der die Massaker des Osmanischen Reiches an den Armeniern vor hundert Jahren als Völkermord verurteilt worden waren.

Quelle: n-tv.de

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