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"Teil rechter Weltanschauung" Stiftung: Frauen häufiger von rechtsextremen Bedrohungen betroffen als Männer

Die jüngsten rechtsextremen Droh-Mails gegen mehrere Frauen sind laut Amadeu-Antonio-Stiftung kein Beleg dafür, dass ausschließlich Frauen bedroht werden - allerdings werden Frauen häufiger bedroht als Männer.

"Zwar wurden im aktuellen Fallkomplex ausschließlich Frauen als Betroffene bekannt, die Feindeslisten der Rechtsextremen sind allerdings viel länger und die Fälle, die jetzt ans Licht kommen, nur die Spitze des Eisbergs", sagte Stiftungs-Sprecherin Franziska Schindler am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

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(Foto: imago/Panthermedia)

"Es ist nicht davon auszugehen, dass ausschließlich Frauen bedroht werden", fügte Schindler hinzu. "Fakt ist aber, dass Frauen deutlich häufiger als Männer von rechtsextremen Bedrohungen betroffen sind, vielmals verbunden mit sexualisierten Gewaltfantasien. Insbesondere im Netz tobten sich Verfasser von Hassbotschaften aus, "so dass von einer neuen Form der digitalen Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen gesprochen werden kann".

"Das kommt nicht von ungefähr", betonte die Sprecherin der in Berlin ansässigen antirassistischen Stiftung. "Frauenfeindliche Haltungen sind elementarer Bestandteil rechtsextremer Weltanschauung. Rechtsextreme gehen von naturgegebenen Unterschieden zwischen den Geschlechtern aus - mit einer klaren Hierarchisierung und Rollenzuschreibung. Da liegt es nahe, die ohnehin schon abgewerteten Frauen priorisiert mit Morddrohungen zu versorgen."

Die Amadeu-Antonio-Stiftung setzt sich für die Stärkung einer demokratischen Zivilgesellschaft ein, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Die 1998 gegründete Stiftung ist nach dem Angolaner Amadeu Antonio Kiowa benannt, der 1990 in Eberswalde von rassistischen Schlägern getötet wurde.

Quelle: ntv.de, AFP

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