Kurznachrichten

Zwei Kliniken getroffen Syriens Regierungstruppen rücken weiter vor

Im Kampf um Syriens letztes großes Rebellengebiet um die Stadt Idlib haben die Regierungstruppen weitere Geländegewinne erzielt. Die Armee habe westlich der Großstadt Aleppo Dutzende Dörfer unter Kontrolle gebracht, teilte ein Sprecher der Militärführung mit, wie die staatliche Agentur Sana am Montag berichtete.

Rettungshelfer meldeten, bei Luftangriffen auf den Ort Darat Issa nahe Aleppo seien zwei Kliniken getroffen worden und nun außer Betrieb. Ein Sprecher der Rettungsorganisation Weißhelme machte für die Bombardierungen Syriens Verbündeten Russland verantwortlich.

Syriens Regierungstruppen hatten im vergangenen Jahr eine Offensive auf die Region um Idlib begonnen. Unterstützt von Russland setzen sie die Angriffe trotz einer Waffenruhe fort, die nicht für "Terroristen" gilt. In der vergangenen Woche konnten sie eine wichtige Versorgungsroute einnehmen. Damaskus und Moskau argumentieren, sie bekämpften in der Region Terroristen. Dominiert wird das Gebiet von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Dort kämpfen aber auch gemäßigtere Regierungsgegner.

Offenbar wollen die Regierungstruppen und mit ihr verbündete Milizen die Region um Idlib in zwei Gebiete teilen. Sollte ihnen das gelingen, würden sie den Zivilisten den Fluchtweg in Richtung Norden abschneiden, wo türkische Truppen und verbündete Rebellen eine Region an der Grenze kontrollieren. In dem Gebiet um Idlib leben nach UN-Schätzungen rund drei Millionen Menschen. Allein seit Anfang Dezember sind nach UN-Angaben mehr als 800 000 Menschen vor der Gewalt und den heranrückenden Regierungstruppen geflohen.

Helfer beklagen eine katastrophale humanitäre Lage. Es fehlt an Unterkünften, Nahrungsmitteln, Heizmaterial und medizinischer Versorgung. Viele Menschen schlafen trotz Wintertemperaturen in notdürftig errichteten Zelten aus Plastikplanen. In der Vergangenheit waren immer wieder Kliniken bombardiert worden. Regierungsgegner werfen Syrien und Russland vor, gezielt lebenswichtige Infrastruktur anzugreifen, um die Menschen zur Aufgabe zu zwingen.

Quelle: ntv.de, dpa

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