"Treiber von Innovation"Merz-Reise nach China: BMW-Chef Zipse wirbt für Zusammenarbeit

BMW-Chef Oliver Zipse wirbt vor dem ersten Amtsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in China für eine enge Zusammenarbeit beider Länder.
Innovation und Fortschritt entstünden nicht durch Abschottung, sondern dann, wenn Pioniergeist, Offenheit und globale Kompetenzen aufeinanderträfen, sagte Zipse der Nachrichtenagentur Reuters. In der weltweit vernetzten Autoindustrie mit ihren globalen Wertschöpfungsketten sei diese Kombination schon immer ein wesentlicher Erfolgsfaktor. "Gerade beim Hochlauf von Elektromobilität und automatisiertem Fahren müssen wir uns mehr denn je darauf besinnen: Er wird nur dann gelingen, wenn wir auf globaler Ebene eng zusammenarbeiten – mit Deutschland und China als wichtigen Treibern von Innovation und Technologie."
China sei eines der wichtigsten Technologie-Zentren der Industrie, sagte Zipse. Wer global relevant sein wolle, müsse dort mit einem starken lokalen Fußabdruck erfolgreich sein. "Wer sich dem enormen Markt- und Innovationspotenzial Chinas verschließt, vergibt große Chancen auf weltweites Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg."
Bundeskanzler Merz reist kommende Woche mit einer Wirtschaftsdelegation nach China. Er wird dabei Insidern zufolge unter anderem von Zipse, Volkswagen-Chef Oliver Blume und Mercedes-Chef Ola Källenius begleitet. Für die deutschen Autobauer ist China der wichtigste Einzelmarkt.
Allerdings sind die Unternehmen dort unter Druck. Sie spüren den harten Wettbewerb bei Elektroautos, wo eine Vielzahl chinesischer Hersteller mit niedrigen Preisen um die Kunden werben. Volkswagen etwa hatte den chinesischen Markt jahrelang dominiert, ist inzwischen aber nur noch der drittgrößte Autobauer in der Volksrepublik hinter BYD und Geely. Bei Premiumfahrzeugen kommt dazu die hartnäckige Krise auf dem Immobilienmarkt, welche wohlhabenden Käufern die Lust auf ein Luxusauto verleidet.