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"Quoten sind keine Lösung" Tschechien fordert hartes Vorgehen gegen Schleuserbanden

Angesichts der Krise um das Rettungsschiff "Aquarius" im Mittelmeer hat sich der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis für ein hartes Vorgehen gegen Schleuserbanden ausgesprochen.

Die Lage könne "auf dem Meer nicht mehr gelöst" werden, erklärte der Gründer der populistischen ANO-Bewegung am Dienstag in Prag. "Wir müssen gegen die Schleuserbanden und das organisierte Verbrechen kämpfen, damit die Boote mit Wirtschaftsmigranten gar nicht erst ablegen können", forderte der Unternehmer und Multimilliardär.

Die neue rechtspopulistische Regierung in Italien verwehrt dem Rettungsschiff "Aquarius" mit mehr als 600 Migranten an Bord das Anlaufen italienischer Häfen. Babis forderte angesichts der Lage weitere Rückführungsverträge mit afrikanischen Staaten. "Diese Menschen sollten Sicherheit in Drittstaaten und idealerweise in ihrem Herkunftsland finden", sagte der 63-Jährige. Zudem sprach er sich dafür aus, Asylanträge in Zentren außerhalb der EU zu prüfen.

Tschechien ist neben Polen, Ungarn und der Slowakei ein entschiedener Gegner von Quotensystemen zur Umverteilung von Schutzsuchenden in Europa. "Quoten sind keine funktionierende Lösung und schaffen mehr Probleme, als sie lösen", erklärte Babis. Im vorigen Jahr erhielten in Tschechien nach Angaben des Innenministeriums 29 Menschen Asyl und 118 vorübergehenden Schutz.

Quelle: n-tv.de, dpa

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