Kurznachrichten
Freitag, 10. November 2017

Intensive Gespräche mit Riad: UN kritisieren saudische Blockade Jemens

Die Vereinten Nationen haben scharfe Kritik an Saudi-Arabien und dessen Kampf gegen Aufständische im Jemen geübt. Die jüngste Blockade der Flug- und Seehäfen Jemens durch Saudi-Arabien mache das Elend der Zivilbevölkerung untragbar, berichteten UN-Organisationen. Seit vergangenem Wochenende könnten keinerlei Hilfsgüter für die rund 27 Millionen Einwohner mehr ins Land gebracht werden. "Wir können diese Blockade nicht akzeptieren", sagte UN-Sprecherin Alessandra Vellucci.

Die Vereinten Nationen seien in intensiven Gesprächen mit der Regierung in Riad. Ob Saudi-Arabien gegen internationales humanitäres Recht verstoße, wenn es der Zivilbevölkerung mit einer Blockade dringend nötige Hilfsmittel vorenthalte, müssten Rechtsexperten klären. Für etwaige Sanktionen sei der Sicherheitsrat in New York zuständig.

Von den 27 Millionen Einwohnern sind zwei Drittel auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Davon sind sieben Millionen in einer besonders prekären Lage. Sie wüssten nicht, wo ihre nächste Mahlzeit herkommt, berichtete die Vertreterin des UN-Kinderhilfswerks Unicef im Jemen, Meritxell Relano.

Im ganzen Land gebe es nur noch Benzin und Kraftstoff bis Ende November, kaum drei Wochen. Ohne Kraftstoff könne Wasser nicht gereinigt werden, Krankenhäuser nicht betrieben werden. Die Fortschritte beim Kampf gegen die grassierende Cholera seien in Gefahr. Es gebe nur noch für einen Monat Impfstoff gegen Polio und Masern.

2,2 Millionen unterernährten Kindern drohe der Tod ohne dringend benötigte Lebensmittelrationen. In dem Nachbarland Saudi-Arabiens kämpfen schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten gegen die Regierung. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten bombardieren seit 2015 Huthi-Stellungen. Große Teile der Infrastruktur sind völlig zerstört.

Quelle: n-tv.de

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