Kurznachrichten

44 Selbstmordanschläge Minderjähriger Unicef: Boko Haram nutzt Kinder als Attentäter

Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram missbraucht immer mehr Kinder als Selbstmordattentäter. Wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Dienstag mitteilte, sprengten sich in Nigeria und den Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger im vergangenen Jahr 44 Minderjährige in die Luft. Im Jahr zuvor waren es nur vier gewesen. Mehr als drei Viertel der Selbstmordanschläge wurden demnach von Mädchen verübt - die jüngsten waren erst acht Jahre alt.

Der kalkulierte Einsatz von Kindern, die laut Unicef zum Tragen von Sprengstoffgürteln überredet oder gezwungen werden, habe in den betroffenen Ländern zu einer Atmosphäre der Angst und des Misstrauens geführt, erklärt das Kinderhilfswerk in dem Bericht "Beyond Chibok", der kurz vor dem zweiten Jahrestag der Verschleppung von 276 Mädchen aus der Stadt Chibok veröffentlicht wurde.

"Seit Selbstmordanschläge unter Beteiligung von Kindern sich häufen, haben die Menschen in manchen Gemeinden begonnen, Kinder als Sicherheitsrisiko zu sehen", erklärte Fontaine, der vor "zersetzenden Folgen" für die Gesellschaft warnte.

Unter diesem Misstrauen leiden demnach auch überlebende Mädchen, die der Gefangenschaft und sexuellen Gewalt durch Mitglieder von Boko Haram entkommen konnten.

Quelle: ntv.de, AFP

Newsticker